Böhms Begleiter:innen

Erinnerungen aus 40 Jahren Menschen für Menschen
Aktualisiert: 20.12.2021

Sechs Millionen Menschen profitieren bis heute von der Arbeit von Menschen für Menschen. Von den 458 Schulen, die bislang gebaut wurden. Von den 2.685 Wasserstellen oder den 106 Gesundheitsstationen. Wer aber sind eigentlich die Menschen hinter diesen ganzen Zahlen?

Natürlich, da ist zuvorderst Karlheinz Böhm, der Gründer und das Gesicht von Menschen für Menschen, der der Stiftung 30 Jahre lang vorstand. Da sind aber auch viele kleine und große Zahnrädchen, deren Ineinandergreifen den Erfolg von Menschen für Menschen überhaupt erst möglich gemacht haben: Karlheinz Böhms Begleiterinnen und Begleiter über die vergangenen vier Jahrzehnte.

Hinter den Kulissen von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe

Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Äthiopien und Deutschland, vom Fahrer über die Schotterpisten im äthiopischen Hochland bis zur Sekretärin an der Schreibmaschine in München. Vom leitenden Angestellten bis zur ehrenamtlichen Helferin – zahllose Menschen haben über 40 Jahre hinweg mit ihrem leidenschaftlichen Engagement den Namen Menschen für Menschen mit Leben gefüllt.

Sie alle haben viel zu erzählen – und einige von ihnen tun dies anlässlich des runden Geburtstags der Stiftung in diesem Blog. Durch die Augen derer, die hautnah dabei waren und sind, blicken wir hinter die Kulissen der Äthiopienhilfe. Zurück auf bemerkenswerte, lustige oder rührende Begebenheiten aus vier Jahrzehnten Entwicklungszusammenarbeit. Ein buntes Potpourri an Anekdoten, Erinnerungen und Begebenheiten – erzählt von Menschen für Menschen.

(40) Durchhaltevermögen und Zufälle: Nach der Wette begann die beschwerliche Arbeit erst richtig
(39) Äthiopische Essensrituale und Karlheinz Böhms Spargellust
(38) Abdi Ali – der Traumwächter von Menschen für Menschen
(37) Vom Auftakt zum Taktgeber: Menschen singen für Menschen
(36) Present at the Creation
(35) Warum ein äthiopischer Ochse einst wie ein deutscher Bundesminister hieß
(34) Verwirrung in Bonn: Wie Karlheinz Böhm den Minister aus der Fassung brachte
(33) Kamele als Währung und ein schlimmer Unfall: Karlheinz Böhms erster Mitarbeiter erzählt
(32) Geschichte der Nagaya-Briefe: Die Erfinderin erzählt
(31) Die Geschichte von Ali und dem Zauberkrug
(30) 30 Jahre Ehrenamt – diesen einen Moment mit Karlheinz Böhm werde ich nie vergessen
(29) Ruppige Landschaft, herzliche Menschen: Unser Besuch im Projektgebiet Merhabete
(28) „Dem Udo Jürgens haben wir beide heute Abend ordentlich eine verpasst“
(27) Die Story vom Pferd – oder: Wertschätzung hat viele Gesichter!
(26) Unterwegs zu den Menschen: Wie eine Äthiopien-Reise mit Karlheinz Böhm ablief
(25) Eine Entschuldigung zeigt, wie sehr Karlheinz Böhm die Menschen respektierte
(24) Die schönste Umarmung von einem wütenden Karlheinz Böhm
(23) 37 Jahre Spendenlauf in Ahrensburg – eine Erfolgsgeschichte
(22) Karlheinz und der Kaktus
(21) Zwischen Bergen von Post und selbst gebratenen Spiegeleiern – wie ich die Anfangszeit von MfM erlebte
(20) „Das war der Schlüssel zur Zusammenarbeit mit Karlheinz Böhm“
(19) Vom Erzählen und Zuhören: Wie die Idee der MfM-Mikrokredite geboren wurde
(18) Thomas Gottschalks Anruf veränderte alles: Die Geschichte von der Städtewette
(17) Sissi-Walzer in Addis Abeba: Als Karlheinz Böhm meinen Kindheitstraum erfüllte
(16) Wie ich Menschen für Menschen noch vor Karlheinz Böhms Wette unterstützte
(15) Eine Zwiebacktüte voller Geld: Die skurrilsten Spenden in 40 Jahren Menschen für Menschen
(14) Verwechslungsgefahr? Wie ich als deutscher Botschafter für Karlheinz Böhm gehalten wurde
(13) „Ich erwartete einen zornroten Karlheinz Böhm, doch dann…“
(12) Meet & Greet der besonderen Art: Als ich dem MfM-„Cover Girl“ leibhaftig begegnete
(11) „Überraschungen wie diese waren Karlheinz Böhms Spezialgebiet“
(10) „Machen statt reden: Wie mich eine Schulstunde mit Karlheinz Böhm prägte“
(9) „Manchmal staunen wir selbst: So funktioniert Hilfe zur Selbsthilfe in der Praxis“
(8) „My name is Karlheinz. Nice to meet you!“
(7) Frisches Roggenbrot und feuchte Augen: Meine luftige Freundschaft mit Karlheinz Böhm
(6) Als Karlheinz Böhm sich weigerte, auf Prominente zu schießen
(5) Ein Bauer macht Schule: Wie Hilfe gleich auf doppelt fruchtbaren Boden fiel
(4) Als sich ein bärtiger „Hochstapler“ als echter Zirkusdirektor entpuppte
(3) „Diese spontane Handlung von Karlheinz Böhm hat mich viel gelehrt“
(2) Büros für Menschen: Von schiefen Böden und legendären Grillfesten
(1) Die Anfänge: Wie Menschen für Menschen zu seinem Namen kam

(40) 20. Dezember 2021: Durchhaltevermögen und Zufälle: Nach der Wette begann die beschwerliche Arbeit erst richtig

Nach seiner berühmten Wette suchte Karlheinz Böhm medizinisches und technisches Personal, das mit ihm nach Afrika kommen würde. Doch das gestaltete sich reichlich schwierig, denn diese Fachkräfte mussten nicht nur willens, sondern auch frei von beruflicher Einbindung sein. Einfach drei Monate weg sein – das war für die meisten nicht möglich. Karlheinz versuchte alles Mögliche, doch von überall kamen nur Absagen.

Reichlich frustriert unternahm Karlheinz einen letzten Versuch und bat bekannte Schauspieler, die an Theatern gastierten, dort doch mal die „Theaterärzte“ anzusprechen. So wurde ein guter Freund von mir von einem der Schauspieler angefragt – und sagte spontan zu, Karlheinz Böhm von Dezember 1981 bis Februar 1982 nach Äthiopien zu begleiten.

Nun hatte Karlheinz einen Mediziner an seiner Seite, doch die Techniker-Frage blieb bestehen. Auf Anfrage, ob mein Freund vielleicht auch einen Techniker kennen würde, dachte dieser sofort an mich. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon 19 Jahre ehrenamtlich beim Technischen Hilfswerk tätig, darunter auch in mehreren Auslandseinsätzen.

Das Telefon klingelte: Karlheinz Böhm am Apparat

Als ich im September 1981 gerade aus dem Urlaub wiederkam, klingelte bei mir das Telefon – Karlheinz Böhm am Apparat. Doch so einfach konnte ich nicht zusagen. Hauptamtlich arbeitete ich zu diesem Zeitpunkt beim Fernmeldeamt der Deutschen Post. Zwar war der Arbeitgeber verpflichtet, mir als ehrenamtlichem Helfer des THW bei Einsätzen frei zu geben, dies funktionierte aber nicht für einen privaten Einsatz wie dieser es gewesen wäre.

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Sofort fragte ich bei meinem Niederlassungsleiter, meinen Kolleginnen und Kollegen nach, ob sie meine Aufgaben für den Zeitraum übernehmen könnten, diese waren einverstanden, auch die Direktion in Bremen hatte keine Einwände. Doch die Zentrale der Deutschen Post in Bonn blockierte das Vorhaben und wehrte sich, eine Befreiung für eine solche private Angelegenheit auszustellen.

Karlheinz wollte das nicht hinnehmen. Er fuhr kurzentschlossen nach Bonn, doch seine Überredungskünste zeigten keine Wirkung. An Aufgeben war nun, da Karlheinz einen potentiellen Begleiter in Aussicht hatte, jedoch nicht zu denken. Er bat um einen Termin mit dem Postminister Kurt Gscheidle und hatte nach einem einstündigen Gespräch, endlich die Genehmigung von oberster Stelle in der Hand. Es folgten einige behördliche administrative Schritte, doch dann war es soweit, wir konnten mit der Organisation unseres Aufenthalts beginnen.

Logistische Hürden und organisatorische Formalien

In seiner Wette hatte Karlheinz ja davon gesprochen, ein Land in der Sahelzone, welches von der Hungersnot stark betroffen war, zu unterstützen. Über die Welthungerhilfe bekamen wir den Hinweis auf den Tschad, den Sudan und auf Äthiopien. Der Tschad war durch anhaltende kriegerische Auseinandersetzungen keine Option, der Sudan lehnte unsere Anfrage ab, da das Land in der Zeit einigen Ärger mit ausländischen Hilfsorganisationen hatte. Der Botschafter Äthiopiens reagierte jedoch positiv auf unsere Anfrage, und nach einer weiteren Absprache stand fest: Wir werden nach Äthiopien gehen, um dort die Menschen zu unterstützen.

Nun begannen wir alle Dinge zu organisieren, die wir in Äthiopien selbst benötigten, darunter Zelte, Stühle, Tische, Feldbetten, Werkzeug und vieles mehr. Karlheinz wohnte damals am Rande von Düsseldorf, in Ratingen, und hatte von seinen Nachbar:innen eine Garage zur Unterbringung aller Dinge zur Verfügung gestellt bekommen. Diese war dann auch bis unters Dach mit Kartons und Kisten vollgestapelt. Was uns noch fehlte, waren Geländewagen. Ich wusste, dass Geländewagen von Toyota in Äthiopien am Gängigsten waren, dies würde es uns erleichtern, Ersatzteile zu bekommen.

Über den Kontakt des Autohändlers, von dem Karlheinz seinen Wagen bezogen hatte, konnten wir zwei Wagen für den Händlerpreis beziehen – mussten sie dazu aber in Rotterdam abholen. Der Hinweg nach Rotterdam war kein Problem, doch auf dem Rückweg wurden wir an der deutschen Grenze angehalten. Die Papiere der Fahrzeuge sollten uns erst in Deutschland ausgestellt werden, so hatten wir bisher nur ein Schreiben des Händlers und die Kennzeichen. Diese akzeptierte der deutsche Grenzbeamte aber nicht.

Karlheinz wurde laut, sah es nicht ein, dass ihm hier ein weiterer Stein in den Weg gelegt wurde. Weitere Zollbeamten kamen dazu, einer davon erkannte den berühmten Schauspieler Karlheinz Böhm, und nach einer längeren gemeinsamen Kaffeepause, in der Karlheinz allen von der Wette und seinem Projekt erzählte, durften wir ausnahmsweise weiterfahren.

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In Deutschland baute ich die Geländewagen für den Einsatz in Äthiopien um. Größere Kühler waren nötig, die Dächer bekamen eine Reling und mussten für schwerere Ladungen verstärkt werden. Ein Wagen wurde mit einer Seilwinde ausgestattet. Auch hier halfen uns, wie so oft in diesen Monaten, nette Menschen, die von der Wette von Karlheinz gehört hatten. Die Söhne des Händlers, bei dem ich meine Toyota-Fahrzeuge immer bezogen hatte, halfen beim Ausbau, wir mussten nur die Materialkosten übernehmen. Eines der Autos hatte ich vor dem Umbau auch mit einem THW-Kameraden einmal komplett zerlegt und wiederaufgebaut, damit ich es, im Falle eines Unfalls, reparieren konnte und wusste, wie man an alles rankommt.

Inzwischen hatte Karlheinz alles Formale für die Reise wie Flugtickets oder Visa organisiert. Insgesamt waren wir nun vier Personen, Karlheinz und ich plus seine damalige Lebensgefährtin und sein Freund aus Österreich, die im Dezember 1981 nach Äthiopien fliegen wollten.

Dann ging es los - Flug nach Äthiopien

Nun wurden alle Garagen-Inhalte mit einem LKW nach Frankfurt gebracht, dazu unsere beiden Toyotas. Einen Wagen füllten wir mit allen Koffern von uns, damit wir diese direkt bei der Ankunft in Äthiopien hatten, und in den zweiten kamen alle empfindlichen Medikamente und ärztlichen Gerätschaften.

In Frankfurt schauten wir am Flughafen auch noch bei der Verladung auf die Cargo Maschine zu, es lief alles nach Plan. Wir flogen am folgenden Tag mit einer Passagiermaschine hinterher – nach allen Mühen und Hürden in Deutschland konnte die eigentliche Arbeit in Äthiopien endlich beginnen.

In Addis gelandet, kam Karlheinz uns ganz aufgeregt auf dem Flugfeld entgegen gelaufen und teilte uns mit, dass ein Geländewagen– natürlich genau der mit unseren Koffern – fehlte. Die Frachtmaschine hatte in Rom eine Zwischenlandung gemacht, dort war unser Toyota aus- und ein Flugzeugtriebwerk, was dringend in Addis benötigt wurde, eingeladen worden. Nun waren wir endlich vor Ort, hatten jedoch nichts als unser Handgepäck und mussten eine ganze Woche warten, bis die nächste Frachtmaschine mit unserem zweiten Wagen eintreffen würde. Schnell wurde von der Regierung für uns die erforderliche Kleidung von einer äthiopischen Hilfsorganisation organisiert.

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Als der sehnsüchtig erwartete Geländewagen endlich kam, stellten wir uns den nächsten Hürden: Erst hatte der Zoll alles blockiert, dies ließ sich nach vielen Verhandlungen jedoch klären. Dann war es in Äthiopien verpflichtend, dass wir nicht selbst die Wagen fahren, sondern einen Fahrer dazu anstellen sollten – obwohl wir einen internationalen Führerschein hatten! Dies akzeptierte Karlheinz nicht. Er verwies auf die Zusage, dass wir uns frei im Land bewegen dürften und dazu gehört auch, dass wir Selbstfahrer sind. Von der Regierung wurde uns ein Mitarbeiter von der Relief and Rehabilitation Commission (RRC), eine äthiopische Regierungsbehörde, zur Seite gestellt. Mit dessen Hilfe wurde uns nach vielen weiteren Behördengängen dann aber auch endlich der äthiopische Führerschein ausgestellt, und somit die Erlaubnis gegeben, uns im ganzen Land frei zu bewegen.

Von Babile ins Erer-Tal: Umsiedlung der Geflüchteten

Dann war es endlich soweit und wir trafen im Erer-Tal in der Lepra-Station in Bissidemo ein. Kurz darauf besichtigten wir das Flüchtlingslager in Babile. Dort trafen wir auf Berhanu Negussie, der im Lager als Sozialarbeiter tätig war. Er bot uns seine Unterstützung als Dolmetscher an und wurde schnell ein vertrauter Mitarbeiter und Wegbegleiter von Karlheinz Böhm.

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Am 23. Dezember 1981 bekamen wir von den Behörden in Harar die Genehmigung zur Umsiedlung der Flüchtlinge aus dem Elendslager. Dazu wurde im Erer-Tal, das nicht mehr landwirtschaftlich genutzte Farmgelände, für die Errichtung von vier Dörfern von der örtlichen Administration  zur Verfügung gestellt. Das Erer-Tal war ideal für die Landwirtschaft, in der Regenzeit schlängelt sich der Erer-Fluss durch das Tal, auch in der Trockenzeit ist es ein sogenannter Trockenfluss. Schon nach wenigen Metern ist eine unterirdische Strömung erkennbar. Und wo Wasser ist, da ist auch Leben – und man könnte den Menschen, welche durch Dürren und Armut in die Lager gewandert waren, helfen, eine neue Lebensgrundlage aufzubauen.

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Karlheinz Böhm im Gespräch mit den Menschen im Erer-Tal
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Karlheinz Böhm mit den ersten Siedler:innen im Erer-Tal
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Menschen aus dem Erer-Tal, dem ersten Projekt von MfM
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Siedler:innen fahren ins Erer-Tal
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Joachim Gröger hilft, wo er kann
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Feldarbeit der neuen Siedler:innen im Erer-Tal
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So sahen die Unterkünfte im Flüchtlingslager Babile aus...
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...in solchen festen Häusern fanden die Nomad:innen im Erer-Tal eine neue Heimat.
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Karlheinz gab den Hinweis, es mögen sich Sprecher der drei Volksgruppen im Lager finden, mit denen wir die Vorgehensweise für die Umsiedlung besprechen können. Wir suchten im Lager tags darauf die Sprecher und weitere Bauern der verschiedenen Volksgruppen auf, fuhren zusammen ins Erer-Tal und besprachen mit ihnen, wie ein Neubeginn der landwirtschaftlichen Nutzung aussehen könnte. Auf der Rückfahrt zum Lager waren alle Beteiligten total euphorisch, Anspannung und Vorfreude lag in der Luft.

Leider waren viele Menschen im Lager sehr krank. Der Arzt, der uns begleitete, versorgte ab Januar täglich fast 300 Personen. Ich assistierte, als Rettungssanitäter, wo ich konnte, während ich mich nachmittags gleichzeitig darum kümmerte, auf dem Farmgelände im Erer-Tal die landwirtschaftliche Technik, wie Traktoren, Drehbänke, Esse und viele weitere kleine Maschinen wieder in Gang zu bringen.

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Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch mit der Umsiedlung der ersten zehn Familien, die sich bereit erklärt hatten und die gesund und kräftig genug für ein solches Unterfangen waren, begonnen. Die Familien bezogen die rechteckigen Strohhäuser, welche wir gemeinsam mittels Ästen, Stämmen und Schilf vom Flussufer, nach der Bauweise, wie es das THW in Katastrophengebieten lehrt, gebaut hatten. Alle neu umgesiedelten Familien bauten weitere Häuser für die folgenden Familien. Ein Schneeballsystem. So konnten nach und nach immer mehr Familien aus dem Lager geholt werden – bis Februar 1982 entstanden die Dörfer Nagaya und Abdi.

Doch das war nur ein Teil der Arbeit

Viele weitere Dinge passierten nebenbei, wir ruhten uns nicht aus. Ein medizinisches Lager wurde in den Dörfern errichtet, Zufahrtswege zu den Dörfern wurden mit einem Grader eingeebnet, damit große LKW problemlos Materialien anliefern konnten. Auch erste Brunnen wurden geschaffen, genauso wie eine Toilette an den Dorfrändern. Dank meiner Kenntnisse durch Lehrgänge und Einsätze vom THW machten die Ausführung dieser Arbeiten einfach.

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Mitte Februar flog ich zurück nach Deutschland, erschöpft, aber voller Bewunderung für all das, was wir in so kurzer Zeit schon erreichen konnten. Aus Deutschland kümmerte ich mich weiterhin um die Beschaffung von Gerätschaften, Werkzeug und allen weiteren Dingen, die in Äthiopien zum Ausbau der Dörfer benötigt wurden und nicht vor Ort bezogen werden konnten.

Nachdem sich auch in Deutschland langsam ein festes MfM-Büro etablierte, konnte ich bald die Logistik abgeben und hielt viele Vorträge über die Arbeit von MfM vor Ort. Bis heute habe ich mehr als 3.000 Vorträge halten können, zusätzlich wurde ich regionaler Ansprechpartner in Norddeutschland von MfM und später stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats. Momentan bin ich im Kuratorium der Stiftung weiterhin tätig.

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Rückblickend auf diese Anfänge ist es wahnsinnig beeindruckend, was MfM bis heute alles erreichen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort umsetzen konnte. Ich bin sehr stolz und dankbar, von Anfang an dabei gewesen zu sein.

Joachim Gröger war von Anfang an mit dabei – eher dem Zufall geschuldet begleitete er 1981 Karlheinz Böhm nach Äthiopien und unterstützte bei der Umsiedlung der Bauernfamilien aus dem Flüchtlingslager Babile ins Erer-Tal.  In den darauffolgenden Jahrzehnten war er Regionaler Ansprechpartner von MfM in Norddeutschland, enger Vertrauter von Karlheinz Böhm und längere Zeit stellvertretender Stifungsratsvorsitzender. Bis heute ist er als Kuratoriumsmitglied tätig.

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(39) 17. Dezember 2021: Äthiopische Essensrituale und Karlheinz Böhms Spargellust

Karlheinz Böhm legte immer viel Wert darauf, Zeit mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam zu verbringen, wenn er in München war. So gingen wir Anfang der 90er, als ich noch recht neu bei MfM war, einmal mit dem gesamten Team äthiopisch Essen. Wir saßen alle um einen runden Tisch, Almaz Böhm saß direkt neben mir.

Wer äthiopisches Essen kennt, weiß, dass es mit den Fingern gegessen wird. Also fingen wir alle an, das Fladenbrot Injera in Stücke zu reißen und in die verschiedenen köstlichen Soßen zu tunken. Auf einmal steckte mir Almaz Böhm eine Portion mit ihren Fingern in den Mund! Ich war total perplex – schließlich kannte ich sie kaum!

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Die anderen am Tisch müssen meinen äußerst verwirrten und peinlich berührten Blick bemerkt haben und brachen in großes Gelächter aus. Ich wurde ganz rot und schaute fragend in die Runde, bis Karlheinz Böhm mir erklärte, dass es in Äthiopiens Kultur ein Zeichen von Freundschaft und Zuneigung ist, wenn an der Tafel auf diese traditionelle Weise Essen gereicht wird.

Eindeutig ein Team-Building der ganz besonderen Art!

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Äthiopisches Büffet und Spargelwochen

Ums Essen geht es auch bei einer anderen Erinnerung an Karlheinz Böhm: Viele Jahre nach meiner Anstellung bei MfM war ich als Hoteldirektor im Hilton in Dortmund tätig. Durch die Stiftung dem Land immer noch sehr verbunden, führten wir im Hotelrestaurant äthiopische Wochen durch.

Als Höhepunkt sollte es eine große Veranstaltung mit Karlheinz Böhm zu Gast geben, verbunden mit einer klassischen Spendenaktion. Schon Wochen vorher hatten wir die Werbetrommeln gerührt, Leute aus der Wirtschaft, Politik, Journalisten und auch Schülerinnen und Schüler aus Dortmund eingeladen. Gemeinsam mit einem Redakteur vom WDR war eine Art Talkshow geplant, bei der Karlheinz Böhm auf großer Bühne interviewt wurde.

Auch für den gastronomischen Teil der Äthiopienwochen, nicht nur für den einen Abend der Veranstaltung, hatten wir unser absolut Bestes gegeben. Schon Wochen vorher hatten wir uns von den Köch:innen aus dem Hilton Hotel in Addis Abeba Rezepte zukommen lassen, dann Rohstoffe aus Äthiopien besorgt und ein äthiopisches Buffet zubereitet – natürlich auch in der Hoffnung, dass sich Karlheinz Böhm darüber ganz besonders freuen würde.

Als alle Gäste nach der Talkshow zum Buffet im Ballsaal liefen, bekam Karlheinz Böhm jedoch mit, dass im Hotelrestaurant parallel auch Spargelwoche war. Er war nicht zu bremsen und lief schnurstracks Richtung Restaurant. Es war herrlich zu sehen, mit welchem Genuss er den Spargel zu sich nahm, etwas, was er durch seine viele Zeit in Äthiopien wohl viel seltener aß. Die Gäste genossen gleichzeitig das äthiopische Büffet als Novum in Dortmund.

Nachdem Stephan Stahl eine Talkshow mit Karlheinz Böhm und Rupert Neudeck im Fernsehen sah, wollte er sich aktiv für den guten Zweck engagieren und rief spontan bei Menschen für Menschen an. So stieg er erst ehrenamtlich, und Anfang der 1990er für zwei Jahre auch hauptberuflich bei Menschen für Menschen ein. Später wandte er sich beruflich wieder der Hotellerie zu, hielt jedoch weiterhin Kontakt zur Stiftung und organisierte auch einige gemeinsame Veranstaltungen.

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(38) 15. Dezember 2021: Abdi Ali – der Traumwächter von Menschen für Menschen

Im Januar 1984 fuhr ich das erste Mal, auf eigene Rechnung, nach Äthiopien – einfach, weil ich mehr über die Arbeit von Menschen für Menschen vor Ort in Äthiopien wissen wollte, nachdem ich ja nun schon zwei Jahre im Münchner Büro gearbeitet hatte. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur ein Projektgebiet, das Erer-Tal, in das mehrere Tausend Halbnomad:innen, welche durch Dürren jegliche Lebensgrundlage verloren hatten, aus dem Hungerlager Babile umgesiedelt waren.

Bei diesem Aufenthalt in Erer waren gleichzeitig mit mir eine junge Österreicherin namens Claudia (eine gelernte Entwicklungshelferin) vor Ort, die vielleicht dort einen Job übernehmen sollte; ein Zahnarzt aus Düsseldorf, der sich darüber unterrichten wollte, welche Möglichkeiten es gäbe, die Zahnmedizin in kleinem Maße in MfMs Krankenstation anzusiedeln, mit seiner Partnerin, und natürlich Karlheinz Böhm plus seine damalige Freundin sowie Tibor, der landwirtschaftliche Leiter des Projektes.

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Wir waren eine ziemlich vergnügte Runde, die nach getaner Arbeit abends oft beim Essen zusammensaß und den Tag ausklingen ließ. Eines Abends stießen auch noch zwei kubanische Offiziere aus einem Ausbildungscamp nicht weit von Erer zu uns, in dem die äthiopischen Soldaten damals von den Kubanern lernten. Den Offizieren war es dort langweilig und ab und zu tauchten sie in Erer auf, um was Vernünftiges zu trinken zu bekommen und Gesellschaft zu haben.

Abdi Ali - ein Mann der ersten Stunde

Im Laufe des Abends kam auch noch Abdi Ali, der „Bürgermeister“ eines der Siedlerdörfer und setzte sich zu uns. Abdi Ali, heute 86 Jahre alt, war einer der ersten Siedler aus dem Halbnomadenstamm der Hauiwa und sozusagen ein Mann der ersten Stunde. In seiner Kindheit war er gemeinsam mit seiner Familie noch als Nomade durch das Grenzgebiet zwischen Somalia und Äthiopien gezogen, wurde dann jedoch durch Krieg und Dürre vertrieben und kam so ins Hungerlager Babile. Mit ihm und einigen anderen begann Karlheinz Böhm seine Arbeit in Äthiopien und gründete die ersten Dörfer im Erer-Tal.

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Abdi Ali (vorne) im vergangenen Jahr in Äthiopien

Abdi Ali verstand natürlich kein Wort von unserer Unterhaltung und trank als Moslem auch keinen Wein. Aber das Glas Milch, das ihm statt Wein eingeschenkt wurde, trank er mit Bedacht und verschwand wieder. Karlheinz und die anderen verschwanden auch, und Claudia und ich saßen da mit den beiden Kubanern. Die waren zwar sehr nett, aber wir waren müde, wollten jedoch nicht so unhöflich sein wie die anderen. Irgendwann verabschiedeten sich die Kubaner schließlich, und als wir aus dem Küchen- und Speisehaus kamen, saß da Abdi Ali mit dem Gewehr über den Knien neben der Tür. Wir wunderten uns sehr – denn wir dachten, er wäre wie alle anderen schlafen gegangen.

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Auf unsere Nachfrage erzählte er unserem Dolmetscher am nächsten Tag, er hätte auf uns aufgepasst, bei Soldaten könne man nie wissen. Später erfuhr ich auch, dass Abdi Ali diesen Wachdienst auch schon bei Karlheinz Böhm etabliert hatte. Immer, wenn Karlheinz Böhm in Erer war, setzte er sich nachts vor dessen Haustür und wachte über seinen Schlaf – aus Dankbarkeit für alles, was ihm durch die Arbeit von Menschen für Menschen ermöglicht wurde.

Barbara Ertl war ab 1982 die erste, damals ehrenamtliche, Sekretärin der heutigen Stiftung Menschen für Menschen. Ab 1983 leitete sie dann das erste wirkliche MfM-Büro in der Kaufinger Straße. Nach ihrem Umzug nach Berlin 1986 war sie weiterhin ehrenamtlich im Arbeitskreis tätig.

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(37) 13. Dezember 2021: Vom Auftakt zum Taktgeber: Menschen singen für Menschen

Als Musiklehrer und Chorleiter standen bei mir 1988 zwei Jubiläen an: 25 Jahre Chorleiter und 15 Jahre Kreischorleiter. Das sollte gebührend gefeiert werden, allerdings wollte ich dabei den guten Zweck in den Vordergrund stellen. Ich stieß bei meiner Suche nach einer geeigneten gemeinnützigen Organisation eher zufällig auf Menschen für Menschen, deren Arbeitsansatz mir gefiel. So entschied ich mich, in meiner Heimatstadt Selm ein großes Benefizkonzert zugunsten der Stiftung zur Feier der Jubiläen auf die Beine zu stellen.

Gemeinsam mit einer dafür gegründeten Arbeitsgruppe organisierten wir in den nächsten Wochen alles im Detail, ein ganzes Konzertprogramm mit den verschiedensten Chören wurde erstellt, als Veranstaltungsort wurde die große Schul-Turnhalle reserviert und wir verbrachten viel Zeit mit dem Verkauf der Tickets, der Akquise von Sponsoren etc. Natürlich wurde auch der Gründer der Stiftung, Karlheinz Böhm, eingeladen, und wir freuten uns riesig, als dieser auch zusagte.

Der Auftakt: Benefizkonzert in Selm

Am 9. September 1988 war es dann soweit: Karlheinz Böhm stand schon am Morgen des Tages bei uns auf der Fußmatte – und als er das Klavier in meinem Wohnzimmer sah, setzte er sich erstmal spontan daran und spielte ein paar Stücke. Der Mann war mir auf Anhieb sympathisch. Nachdem Karlheinz Böhm am Nachmittag noch in der Schule den Kindern und Jugendlichen von Äthiopien und seiner Arbeit vor Ort berichtete, stand dann abends das Konzert an.

Alles lief wie am Schnürchen, die Musik riss alle mit und es hätte schöner nicht sein können. Auch eine ganz besondere Überraschung hatten wir im Programm: Der Kinderchor mit 80 Mädchen und Jungen sang unter meiner Leitung das „Lied an Karlheinz Böhm“, welches ich, basierend auf der Melodie von einem Lied Rosenstengels, geschrieben hatte. Ich war doch mächtig aufgeregt, ob auch alles klappen würde – doch die Sorge war völlig unberechtigt. Sehen und hören Sie selbst:

Karlheinz Böhm stürmte nach dem Lied auf die Bühne, umarmte mich überschwänglich und es war klar: Die Überraschung war gelungen. Am Ende konnten wir einen Spendenscheck von 60.000 DM überreichen – eine Summe, mit der niemand von uns gerechnet hätte.

Langjähriges und taktgebendes Engagement

Aus diesem zunächst einmaligen Engagement wurde in der Folge so viel mehr, wir gründeten einen Arbeitskreis in Selm, ein paar Jahre später wurde ich dann auch regionaler Ansprechpartner von MfM für Nordrhein-Westfalen. Karlheinz Böhm traf ich so in den nächsten Jahren regelmäßig, organisierte viele Veranstaltungen und begleitete ihn auf Vorträge. Wir hatten immer eine tolle Zeit zusammen, er war so viel normaler als man das von einem bekannten Schauspieler erwartete.

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Zu den Highlights der vielen Erlebnisse in den folgenden Jahren gehörte definitiv auch das Benefiz-Freundschaftsspiel zwischen Borussia Dortmund und der russischen Mannschaft Tsernomoretz Novorossisk in Selm 1995, bei dem auch Trainer Otmar Hitzfeld und Matthias Sammer dabei waren und über 100.000 DM Spenden zusammenkamen.

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Benefizkonzert in Selm, 1988
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Gespannt sitzt Karlheinz Böhm im Publikum
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Einladung zum Benezifkonzert 1988
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Zeitungsartikel zum Benefiz-Freundschaftsspiel Borussia Dortmunds, 1995
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Enge Freunde: Karlheinz Böhm und Hans Wilhelm Schumacher 1990 in Selm
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Zeitungsartikel über den Taktstock Karl Böhms, den Hans Wilhelm Schumacher geschenkt bekam
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Karlheinz Böhm machte Hans Wilhelm Schumacher eines der schönsten Geschenke seines Lebens
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Zeitungsartikel zum 10jährigen Bestehen des Selmer Kinderchors, 1993
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Karlheinz Böhms erster Besuch in Selm, 1988
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Ein weiteres persönliches Highlight war, als ich einmal bei Karlheinz Böhm zuhause in Salzburg zum Abendessen war und er mir eines der schönsten Geschenke meines Lebens machte. Wir saßen gemütlich beieinander, als Karlheinz plötzlich aufstand, zum Schrank ging, und ein kleines Kästchen daraus hervorholte, das er mir überreichte. Vorne war eine persönliche Widmung an mich darauf – und in dem Kästchen befand sich der Taktstock von Karls Vater, welcher einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit war. Ich war so gerührt, dass es mir die Sprache verschlug. Viele Konzerte habe ich seitdem mit diesem Taktstock dirigiert, es war jedes Mal etwas ganz Besonderes.

Das Benefizkonzert 1988 bildete so den Auftakt von 30 Jahren Engagement für Menschen für Menschen – es war eine sehr prägende Zeit, die mir bis heute immer wieder vor Augen führt: Wir brauchen Menschen für Menschen!

1988 rief Hans Wilhelm Schumacher aus Anlass zweier Jubiläen (15 Jahre Kreischorleiter und 25 Jahre Chorleiter) eine Arbeitsgruppe in seinem Heimatort Selm zusammen. Diese sollte ihn bei der Organisation eines Benefizkonzertes zugunsten MfMs unterstützen. Doch es blieb nicht bei diesem einem Konzert – daraus wurden 30 Jahre Engagement im Arbeitskreis Selm und auch als regionaler Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen. Noch dazu entstand eine enge Freundschaft mit Karlheinz Böhm.

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(36) 9. Dezember 2021: Present at the Creation

Überaus bewegend: Auf der kürzlichen Jubiläumsgala anlässlich des 40. Geburtstags von Menschen für Menschen in München hatte ich ein völlig überraschendes Wiedersehen nach 40 Jahren mit Ato Berhanu Negussie, dem erstem äthiopischen Mitarbeiter von Karlheinz Böhm.

Wie kam es dazu? Eine Rückblende: Oktober 1981, auf dem Frankfurter Flughafen kurz vor Abflug, die Lufthansa ließ ausrufen: „Herr Wrede, bitte zur Information!“ Dort bekam ich eine telefonische Weisung des Auswärtigen Amts: „Karlheinz Böhm ist in der Maschine nach Addis Abeba. Kümmern Sie sich um ihn!“ Seit Mai 1979 war ich unter anderem Kulturattaché der Botschaft in Addis Abeba. So lernte ich Karlheinz kennen: „Im Flug“.

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