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Goldgelber Snack – für den Traum vom Medizinstudium

Um etwas eigenes Geld zu verdienen, müssen viele junge Äthiopierinnen und Äthiopier kreativ werden. Tigist und ihre Cousinen versuchen es mit einem goldgelben Snack am Straßenrand. Mit dem hart verdienten Geld will sich die 18-Jährige irgendwann ihren großen beruflichen Traum erfüllen.

Die A4, eine asphaltierte Straße, führt von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba durch die Region Oromia – über 400 Kilometer gen Westen. Sie ist eine der Lebensadern des Landes. Wie auf einer Perlenkette reihen sich Siedlungen und Kleinstädte aneinander. Kinder laufen am Straßenrand zur Schule, Anwohner sitzen in Cafés.

Während Autos, vollbeladene Lkw und klapprige Busse vorbeirumpeln, verkaufen Frauen am Straßenrand Gemüse, Obst und Sefeds, die kunstvoll hergestellten Korbteller. Tigist Tadese, Bachu Werku und Ayelech Dagne sind drei von ihnen. Die Cousinen versorgen Durchreisende mit Snacks. Ihr Angebot sind gebratene Maiskolben, die sie zuvor auf einer Feuerstelle am Straßenrand unweit der beiden Ortschaften Gedo und Ijaji zubereiten.

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Eine kleine Erhebung in der Straße gab den Ausschlag für den Standort ihres Imbissstandes. Autofahrer müssen vor ihr bremsen – der Moment, auf den die jungen Frauen warten: Jede von ihnen greift sich zwei goldgelb gebratene Kolben, mit denen sie sich in Richtung des Fahrzeugs auf den Weg machen. “Hallo! Haben Sie Hunger? Kaufen Sie doch einen unserer Maiskolben! Wir haben sie frisch gegrillt, sie schmecken fabelhaft!”, rufen sie dem Fahrer eines Viehtransporters entgegen. Doch dieser beachtet sie nicht und gibt Gas.

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Maisproduktion in Äthiopien stark gestiegen

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“Das kommt vor. An manchen Tagen haben es alle eilig”, erklärt die 20-jährige Ayelech. Natürlich sei das frustrierend, aber die Mädchen muntern sich gegenseitig auf. Sie erzählen sich Witze oder plaudern über ihre Familie. “Es ist toll, dass wir hier viel Zeit miteinander verbringen”, sagt Ayelech.

Seit den Achtzigerjahren ist die Maisproduktion in Äthiopien stark gestiegen, heute gehört die Nutzpflanze zu den wichtigsten Getreidearten, die im Land angebaut werden.

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Nach der langen Regenzeit zwischen Oktober und Anfang Dezember und erneut nach der kürzeren Regenphase im Mai und Juni ernten die Bauern den Mais. Dies sind auch die Monate, in denen die drei Cousinen – immer mittwochs, freitags und sonntags – ihre Snacks feilbieten. An den anderen Tagen helfen sie ihren Müttern im Haushalt oder kaufen den rohen Mais auf dem Markt in Gedo. Vier Kolben kaufen sie für zehn Birr, umgerechnet 30 Cent. Ihre Kunden zahlen ihnen das Doppelte.

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“Ich hoffe, dass ich mir mit dem Geld, dass ich hier verdiene, irgendwann mein Studium finanzieren kann.”
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Doch das Geschäft ist härter geworden: Auch andere junge Frauen haben den Standort für sich entdeckt. “Die Konkurrenz ist groß”, sagt Tigist. Aufgeben will die 18-Jährige aber nicht. Sie braucht den Nebenjob, um sich ihren großen Traum zu erfüllen. Schon als kleines Mädchen wollte sie Ärztin werden.

Sie war eine gute Schülerin, besuchte die Schule bis zur zehnten Klasse. Doch die Tochter auf die weiterführende Schule in die nächstgrößere Stadt Ambo zu schicken, das können sich ihre Eltern nicht leisten. “Ich hoffe, dass ich mir mit dem Geld, dass ich hier verdiene, irgendwann mein Studium finanzieren kann.”

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