Haus mit Geschichte: Italiens Erbe in der Hauptstadt
Land & Leute
An einigen Stellen lässt sich die Besatzung bis heute erkennen: an alten Steinbrücken, über die Flüsse des Landes verteilt, an den Nudelgerichten auf den Speisekarten von Restaurants und an Gebäuden in größeren äthiopischen Städten – wie dem Wohnhaus von Yeshi Eshete. Nach dem Abzug der Italiener zogen Familien von äthiopischen Soldaten in das Gebäude. Einige vermieteten die Wohnungen später weiter. Darunter auch an Yeshis Mann. „Als ich vor 25 Jahren zu ihm zog, war ich begeistert, wie groß das Haus war“, berichtet Yeshi. Sie zog aus dem äthiopischen Hochland nach Addis Abeba.
Natürlich sei das zweistöckige Gebäude noch immer in einem besseren Zustand als viele der Wohnhütten in ihrer ländlichen Heimat, auch wenn es in die Jahre gekommen ist. Da das Haus unter Denkmalschutz steht, dürfen es die Bewohnerinnen und Bewohner nicht renovieren. „Wenn es regnet haben wir Angst, dass es reintropft“, sagt Yeshi. Sie ist über eine schmale, schiefe Treppe in das Erdgeschoss geklettert, um ihre Nachbarin zu besuchen.