Wie wir arbeiten
Arbeitsweise

Wie wir Entwicklungsprojekte umsetzen

Mehr als 700 gut ausgebildete äthiopische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für uns in den Projektgebieten tätig. Sie sind mit den ortsspezifischen Bedingungen vertraut und sprechen die jeweiligen Sprachen. Das schafft Vertrauen und befördert einen direkten Austausch mit den Menschen, die von unseren Projekten profitieren. Auf eigene Kräfte setzen wir, weil deren Einsatz für uns auf Dauer effektiver, kostengünstiger und nachhaltiger ist als fremde regionale Organisationen einzubinden.

Lokaler Bedarf als Ausgangspunkt

Um mit begrenzten Mitteln möglichst viel zu erreichen, plant Menschen für Menschen jedes Projekt sehr sorgfältig. Ausgangspunkt sind stets die konkreten lokalen Bedürfnisse, die wir im Austausch mit der Bevölkerung ermitteln. Durch unseren integrierten Ansatz in der Projektarbeit, die Einbindung der Menschen vor Ort und unser langfristiges Engagement erreichen wir eine nachhaltige Verbesserung der Lebensumstände.

Langfristige Unterstützung

Evaluation

Nach der Übergabe eines Projekts an die Bevölkerung und die lokalen Behörden bleiben wir für die Menschen ansprechbar. Regelmäßig besuchen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehemalige Projektgebiete. Durch ein systematisches Monitoring und Evaluationen überprüfen wir unsere Tätigkeit regelmäßig. Dadurch verbessern wir uns stetig und sichern den dauerhaften Erfolg unserer Maßnahmen. Lesen Sie dazu unser Interview mit Agrarwissenschaftler Dr. Jochen Currle, der das Projektgebiet Merhabete evaluierte.

Mindeststandards bei Vertragspartnern

Zur Partnerschaft gehört Fairness. Das gilt nicht zuletzt auch beim Einsatz von Tagelöhnern. Seit 2014 verpflichten wir alle Bauunternehmen, die für uns Schulen in Äthiopien bauen, vertraglich dazu, allen Hilfskräften unabhängig von ihrem Geschlecht einen fairen Mindestlohn zu zahlen. Außerdem ist für Arbeiten, die spezielle Risiken mit sich bringen, Schutzkleidung – etwa Helme oder Handschuhe – zur Verfügung zu stellen.

Management und Qualitätssicherung

Bei der Projektarbeit legt Menschen für Menschen größten Wert auf Transparenz und Effizienz. Für jede der Implementierungsphasen legen wir Projektum­fang, Ziele, Maßnahmen und Zuständigkeiten genau fest. Zugleich überprüfen wir im Rahmen unseres Projektmanagements unsere Ansätze und Prozesse regelmäßig und entwickeln sie weiter.

Damit die eingesetzten Spendengelder den größt­möglichen Nutzen bringen, wird der Projektverlauf systematisch dokumentiert und der Einsatz von Per­sonal und Projektmitteln laufend überprüft. Zuständig hierfür ist zum einen das Projektmanagement gemein­sam mit den Monitoring-Verantwortlichen in den Regionen, die alle Maßnahmen detailliert planen und sie durch Fachkräfte begleiten und kontrollieren las­sen. Zum anderen liegt die Verantwortung bei Fach­leuten unseres Koordinationsbüros (PCO) in Addis Abeba. Dieses legt dem Vorstand der Stiftung turnus­mäßig einen Jahresbericht vor, in dem für jedes Pro­jekt detailliert Bilanz gezogen wird.

Wirkungsmonitoring

Dr. Jochen Currie vom Beratungsbüro FAKT in Stuttgart im Gespräch mit unseren Monitorings- und Evaluationsverantwortlichen.

2012 haben wir ein um­fassendes Wirkungsmonitoring der Projektplanung und -durchführung installiert. Dafür sind ein festangestellter Monitoring- und Evaluationskoordinator im PCO in Addis Abeba sowie sieben Monitoring- und Evaluationsverantwortliche in den Projektregionen im Einsatz.

Mit dem Wirkungsmonitoring überprüfen wir syste­matisch die Wirkung unserer Aktivitäten. Es lässt wichtige Rückschlüsse auf die Projektarbeit zu und dient der kontinuierlichen Anpassung und Verbesse­rung der Projekte. Auch das Monitoring-System selbst wird ständig weiterentwickelt.

"Sie müssen die Menschen mit ins Boot holen."

Die Stiftung Menschen für Menschen will die Lebensbedingungen in ihren Projektregionen nachhaltig verbessern. Erreicht sie dieses Ziel? Dieser Frage ist der Fachmann für ländliche Entwicklung Dr. Jochen Currle 2015 in Merhabete nachgegangen.

Evaluation

Evaluationen am Ende einer Projektphase oder des gesamten Projekts dienen dazu, die Relevanz, Effizienz, Effektivität und die Nachhaltigkeit der vorgenommenen Maßnahmen zu überprüfen. Dazu werden Ressourcen und Aktivitäten (Input), erzielte Leistungen (Output) sowie direkte und indirekte Wirkungen (Outcome und Impact) analysiert. Die Wirkungserfassung betrachtet Veränderungen in der Lebenssituation der Menschen und der Umwelt. Der Impact kann daher meist nicht nur den Maßnahmen einer einzelnen Organisation zugeschrieben werden, sondern auch Veränderungen des Umfelds sowie Maßnahmen weiterer Akteure, etwa der Regierung oder anderer Organisationen. Die Evaluationen von Menschen für Menschen werden von externen Gutachtern durchgeführt und sind immer auch eine Bewertung der Projektarbeit. Die Ergebnisse fließen in die Programmplanung mit ein und dienen so der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Hilfsprogramme.

Wie wir Entwicklungsprojekte umsetzen

Sozialarbeiterin Sabelework Nagasch nimmt auch auf, wie sich unsere Maßnahmen konkret bewähren.

Projektablauf

Jedes unserer integrierten Entwicklungsprojekte verläuft in sechs Etappen, die sich insgesamt über neun bis 15 Jahre erstrecken.

Wahl des Projektgebietes

Vertreter bedürftiger Regionen fragen bei Menschen für Menschen an. In einer Überblicksstudie (Preliminary Study) verschaffen wir uns einen Eindruck von der Situation vor Ort und der Bereitschaft der Bevölkerung, an den Maßnahmen mitzuwirken. Auf dieser Basis wird entschieden, wo der Bedarf und die Potenziale am größten sind.

Planung

Gemeinsam mit der Bevölkerung erstellen unsere Experten eine Bedarfsanalyse (Need Assessment Study) und einen Projektplan. Die Zentrale in Addis Abeba prüft und ge­nehmigt beides. Vorstand und Stiftungsrat beschließen die Finanzierung des Projekts. Ein Rahmenvertrag mit äthiopischen Regierungsstellen wird unterzeichnet.

Implementierung

Der Projektplan wird in verschiedenen Projektphasen umgesetzt. Für jede Phase wird ein Drei- oder Fünfjahresvertrag mit den äthiopischen Behörden abgeschlossen. Jeder dieser Verträge legt Ziele, Maßnahmen und Zuständigkeiten fest.

Evaluation

Neben dem laufenden Monitoring durch unsere Mitarbeiter führen die äthiopischen Behörden und auch wir selbst Zwischen- Evaluationen durch. Die Ergebnisse des Monitorings und der Zwischen-Evaluationen sind Grundlage für die stetige Verbesserung unserer Projektarbeit und gehen in die Projektverträge ein.

Phase-Out

Sind die Ziele eines integrierten Entwicklungsprojekts erreicht, ziehen wir uns Schritt für Schritt aus der Region zurück. Die Hilfe zur Selbstentwicklung ist geleistet. Die Projekte werden der Bevölkerung und Bezirksverwaltung übergeben, unsere Mitarbeiter stehen noch beratend zur Verfügung.

Abschluss und Ex-Post-Evaluationen

Nach Abschluss des Projekts evaluieren sowohl die äthiopische Regierung als auch wir selbst, wie wirkungsvoll unsere Arbeit war und inwieweit ihre Ergebnisse nachhaltig sind. Die Evaluationen werden von unabhängigen Fachleuten durchgeführt.