In Melka Dima im Projektgebiet Borecha wurde der 2.000ste Brunnen eröffnet.

Wasser ist Leben

Im Dorf Melka Dima im Projektgebiet Borecha eröffnet Menschen für Menschen Anfang 2015 den 2.000ten Brunnen. 35 Haushalte werden sich dort mit frischem Trinkwasser versorgen können. Bis heute hat die Äthiopienhilfe 2.284 Wasserstellen gebaut.

Betula Hussein und ihren vier Kindern erging es wie vielen Familien in Äthiopien: Es mangelte ihnen an sauberem Trinkwasser. Die einzige Wasserstelle lag weit entfernt. Über zwei Stunden war die 30-Jährige unterwegs, bis sie den 25-Liter-Kanister durch hügeliges Gelände nach Hause transportiert hatte. Dreimal täglich legten Betula oder ihre 12-jährige Tochter Muslima die Strecke zurück. Doch damit konnten sie den Bedarf eines Tages für Trinken, Kochen und Waschen kaum decken. Gerade für Muslima war der Fußmarsch sehr beschwerlich. Der Kanister auf ihrem Rücken wog fast so viel wie sie selbst.

Lebensbedrohliche Krankheiten

Betula kochte das Wasser nicht ab, sie ließ es lediglich durch Tücher laufen, um den gröbsten Schmutz zu filtern. Das Wasser, das sie und ihre Tochter aus der Wasserstelle schöpften, war schlammig und voller Bakterien. Vieh und andere Tiere tranken dort und hinterließen ihre Fäkalien. „Wir hatten ständig Durchfall und Parasiten plagten uns“, erzählt Betula. Vor allem für Kinder können Durchfallerkrankungen lebensbedrohlich sein. Auch der Weg zur nächsten Gesundheitsstation war beschwerlich. Mehrmals im Monat musste Betula mit einem ihrer Kinder zum Arzt. Die täglichen Märsche zur Wasserstelle nahmen viel Zeit in Anspruch: Vor allem Muslima blieb wenig Zeit für den Schulbesuch, zum Spielen oder Lernen.

 Wasser holen ist in Äthiopien traditionell die Aufgabe von Mädchen oder Frauen.

Frauen und Mädchen schleppen die schweren 25-Liter-Kanister oft viele Kilometer von der Wasserstelle nach Hause.

Mensch und Tier trinken aus demselben Wasserloch.

Häufig trinken Mensch und Tier aus demselben schlammigen Wasserloch. Krankheiten sind dadurch vorprogrammiert.

BETULA HUSSEIN

„Heute können sogar unsere Kinder gefahrlos Wasser am Brunnen schöpfen. Früher hatten wir immer die Sorge, ihnen könnte auf dem weiten Weg etwas zustoßen.“
BETULA HUSSEIN, 30, Mutter von vier Kindern

Hoffnung für ein ganzes Dorf

„Als die Äthiopienhilfe in einem anderen Dorf einen Brunnen baute, sahen wir, welche Möglichkeiten sich für die Menschen dort eröffneten“, erzählt Betula. „So hofften auch wir, zukünftig Wasser aus einer sicheren und gut zugänglichen Quelle schöpfen zu können und vor allem, dass unsere Kinder nicht mehr krank werden würden.“ Menschen für Menschen baute auch im Dorf Melka Dima einen Brunnen – den 2.000sten seit es die Äthiopienhilfe gibt. Betulaund ihre Familie können sich nun aus der nahegelegenen Wasserstelle versorgen. Nur noch knapp 15 Minuten brauchen sie und Muslima dorthin. „Jetzt haben wir nicht nur ausreichend sauberes Wasser zum Trinken, sondern können auch uns selbst und unsere Kleider waschen. Unsere tägliche Hygiene wird sich dadurch deutlich verbessern“, erzählt die Mutter von drei Söhnen und einer Tochter.

Ein gesünderes Leben

Muslima wird wieder regelmäßig den Unterricht besuchen können und ihre Schulausbildung zu Ende bringen. Betula und ihr Ehemann wollen sich verstärkt dem Anbau auf ihrem Feld widmen und ihre Ernte am Markt verkaufen. „Wir hoffen, dass wir nun nicht mehr so oft zum Arzt müssen und unser geringes Einkommen für Medikamente ausgeben“, erzählt Betula. „Dank des sauberen Wassers werden unsere Kinder jetzt hoffentlich nicht mehr so oft krank.

Menschen für Menschen erleichtert den Mädchen und Frauen ihren schweren Alltag – etwa mit dem Bau nahegelegener Brunnen.

Menschen für Menschen erleichtert den Mädchen und Frauen ihren schweren Alltag – etwa mit dem Bau nahegelegener Brunnen.

Mardia und ihr glückliches Leben

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So einfach ist es, zu helfen

Hygienetraining

Mit 25 Euro

ermöglichen Sie ein Hygiene-Training für eine Familie.

Handpumpbrunnen

Mit 50 Euro

ermöglichen Sie den Zugang zu Trinkwasser für eine Familie.

Training eines Wasserkomitees

Für 80 Euro

finanzieren Sie das Training für ein 7-köpfiges Wasserkomitee.