Die Zukunftsschmiede
Der Campus lehrt Verantwortung
Während dieser Zeit ist das ATTC den Studierenden nicht nur eine Schule, sondern auch ein Zuhause. Neben Lehrwerkstätten und Seminar räumen umfasst das weitläufige College-Gelände Wohnheime, eine Kantine, eine Bibliothek und einen Sportplatz. „Das Leben auf dem Campus lehrt die jungen Leute, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen“, sagt Mac Cárthaigh. Firmenchefs, die ihn auf der Suche nach Personal ansprechen, fragten auch nach solchen „Soft-Skills“, den sozialen Kompetenzen.
Äthiopien den Weg in die Zukunft ebnen: Das war das Ziel der Stiftung Menschen für Menschen, als sie das ATTC 1992 in Harar in Ostäthiopien gründete. Damals begann der Fortschritt zaghaft das Land zu erfassen. Modernisierung und Industrialisierung wurden zunächst in der Hauptstadt Addis Abeba sichtbar. Die Nachfrage nach Fachkräften stieg.
Mit dem ATTC hat Menschen für Menschen ein Trainingszentrum geschaffen, an dem junge Talente unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten einen Abschluss erreichen können. Das College finanziert sich zu einhundert Prozent aus Spenden, das bedeutet: Alle laufenden Kosten der Abteilungen wie neues Werkzeug, Arbeitskleidung oder Bücher, aber auch Unterkunft und Verpflegung für die Studenten trägt die Stiftung. So bleibt die Aufnahmeprüfung die einzige Hürde auf dem Weg zum Studium am ATTC.
25 Jahre nach der Gründung des ATTC gilt Äthiopien als „Afrikanischer Tiger“. Das Bruttoinlandsprodukt wächst seit 2014 um acht bis zwölf Prozent im Jahr. Große Firmen, vor allem aus China und Indien, errichten Produktionsstätten im Land. In den kommenden fünf Jahren soll sich das Straßennetz verdoppeln, die Energieproduktion vervierfachen.
Tausende Kilometer Eisenbahnnetz und Millionen von Jobs sollen entstehen. Zwar leben nach wie vor über 70 Prozent der Äthiopier als kleinbäuerliche Selbstversorger auf dem Land. Doch gleichzeitig wächst ein zweites, ein modernes Äthiopien heran. Ein Land, das Ingenieure und Mechaniker braucht.
Eine Sämaschine für bessere Ernten
Dort tüfteln Studierende und Lehrende derzeit an einer mechanischen Sämaschine für die weit verbreitete Zwerghirse Teff. „Bisher schleudern viele Bauern ihr Saatgut einfach aufs Feld“, sagt Fachbereichsleiter Teshome. „Die Maschine, die wir entwickeln, hilft ihnen, die Samen in regelmäßigen Abständen auszubringen. Das erhöht ihre Erträge.“
„Mit meinem Abschluss möchte ich meinen Eltern zu mehr Erträgen in der Viehwirtschaft verhelfen.“ – Iawidenfu Basazinew, Student der Agrarökologie
Für eine bessere Zukunft