NOTHILFE

Dürre und Hunger in Äthiopien

Angesichts der schwersten Dürre seit dreißig Jahren gilt es in Äthiopien eine Hungerkatastrophe großen Ausmaßes zu verhindern. Rund 15 Millionen Menschen sind voraussichtlich noch 2016 auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Menschen für Menschen hat bereits im November 2015 als eine der ersten Organisationen ein Nothilfeprogramm gestartet.

Vor allem im Norden und Osten des Landes leiden die Menschen unter ausbleibenden Niederschlägen, für die vermutlich das Klimaphänomen El Niño ver­antwortlich ist. Es regnete – auch in den üblichen Regenzeiten – kaum oder zu spät, sodass die Jung­pflanzen auf den Feldern verkümmerten. Vom Hunger bedroht ist die Landbevölkerung, die zumeist nur von Ackerbau und Viehzucht lebt.

Schnelle Hilfe ist entscheidend: Wenn die Felder brach liegen, verkaufen die Familien die Tiere, die noch nicht verendet sind, und essen in ihrer Not die letzten Saatgutvorräte. Damit wird auch die nächste Aussaat unmöglich. Zugleich explodieren auf den Märkten die Preise für Nahrungsmittel. Im Kreislauf aus Hunger und Armut gefangen, bleibt den Men­schen kaum etwas anderes als die Flucht.

Anlieferung der Hilfsgüter im Dorf Ali in der Nothilferegion Agarfa

MASSNAHMEN

Menschen für Menschen hat frühzeitig reagiert und im November 2015 im Distrikt Agarfa in der Bale Zone über 28.000 Menschen mit Grundnah­rungsmitteln versorgt. Dank weiterer Spenden konnten wir das Programm Anfang 2016 auf 32.500 Menschen ausweiten.  Wir verteilen das Standardpaket, das vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen empfohlen wird: Jede Person erhält pro Monat 15 Kilo Getreide, 1,5 Kilo Hülsenfrüchte und 0,45 Liter Speiseöl. Kleinkinder, schwangere und stillende Frauen bekommen außerdem proteinreiche Ergän­zungsnahrung (Famix).

Bei der Verteilung der Hilfs­güter profitieren wir von unserer Infrastruktur in Äthiopien. Alle Lebensmittel bringen wir mit eigenen Lastwagen in die betroffenen Regionen. Unsere Mit­arbeiter verteilen sie vor Ort. Die Nahrungsmittel haben wir nach einer öffent­lichen Ausschreibung in Äthiopien selbst eingekauft.

Nothilferation, bestehend aus 15 kg Getreide, 0,45 Liter Speiseöl, 1,5 kg Hülsenfrüchte und 4,5 kg Nahrungsergänzungsmittel.

Die Hilfsgüter werden vor Ort von unseren Mitarbeitern verteilt.

PRÄVENTION

Menschen für Menschen kann eigene Strukturen nutzen. Deshalb kommt die Hilfe schnell dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Dürreperioden können nicht verhindert werden. Doch wenn Familien Vorräte anlegen, weil ihre Felder genug Ertrag bringen und sie über alternative Einkommens­möglichkeiten unabhängig von der Landwirtschaft verfügen, gelingt es, die Folgen solcher Wetterex­treme deutlich abzuschwächen. Das ist das Ziel un­serer integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte, die so helfen, langfristige Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Die Erfolge zeigen sich in unseren Projektregionen: Hier waren Nahrungsmittelhilfen bislang nicht nötig.

Unsere wichtigsten Erfolge

     > 25 Euro kostet es, eine Person für zwei Monate zu versorgen (Standardpaket Welternährungsprogramm)

> Im November und Dezember 2015 haben wir für insgesamt 28.000 Menschen die Versorgung gesichert.

> Anfang 2016 haben wir unser Programm auf 32.500 Menschen ausgeweitet.

 

„Die Lage der Menschen ist besorg­niserregend, deswegen brauchen wir die Nothilfe. Zugleich setzen wir uns in unseren Projektregionen dafür ein, die Landbevölkerung besser zu rüsten gegen wetterbedingte Ernteausfälle und damit dem Hunger vorzubeugen.“

Peter Renner, Vorstand der Stiftung Menschen für Menschen Deutschland

Peter Renner war bei der Verteilung der Nothilfe in Agarfa vor Ort.

Erfahren Sie mehr in unserer Reportage

Kampf ums Überleben

Warten auf den großen Regen: Bis zur nächsten Ernte leben Ahmed Sirag, seine Frau Amina, die kleine Firdosa und ihre Geschwister von Nahrungsmittelhilfen.

Reportage lesen

So einfach ist es, zu helfen

Aussaat

Mit 30 Euro

ermöglichen Sie verbessertes Saatgut und Anbautraining für zwei Familien.

Nothilfe

Mit 50 Euro

helfen Sie einer vierköpfigen Familie mit Lebensmitteln für einen Monat

Mit 100 Euro

können wir 100 Obstbaumsetzlinge an die Bauern verteilen.

Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit