Unser Jahr 2017

STRATEGIE WIE WIR VORGEHEN // SCHWERPUNKTE WO WIR ANSETZEN // BILANZ UNSERE ARBEIT 2017 IN ZAHLEN // STORY WARUM SOPHIA LACHISA JETZT UNTERNEHMERIN IST // MITTELVERWENDUNG WIE WIR DIE UNS ANVERTRAUTEN GELDER EINGESETZT HABEN

„Entwicklungshilfe funktioniert nie von oben oder außen, sondern nur von innen, miteinander, in einem gemeinsamen Prozess.“
Karlheinz Böhm (1928–2014) Unsere Organisation Menschen für Menschen wurde 1981 von dem Schauspieler Karlheinz Böhm gegründet. Wir setzen uns dafür ein, die Lebensbedingungen der Menschen im ländlichen Äthiopien nachhaltig zu verbessern. Zugleich werben wir für ein partnerschaftliches Miteinander in der einen Welt.

Wir befähigen die Menschen im ländlichen Äthiopien, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Dabei gehen wir Missstände nicht isoliert an, sondern setzen auf eine integrierte ländliche Entwicklung. Auf diese Weise arbeiten wir besonders nachhaltig.

Für unsere STRATEGIE heißt das:

Regionen Maßnahmen Handshake

UNSERE SCHWERPUNKTE

Schwerpunkte unserer Arbeit
Medizin

NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT UND ERNÄHRUNG

Wasser

WASSER UND HYGIENE

Medizin

BILDUNG

Medizin

GESUNDHEIT

Medizin

GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG UND EINKOMMEN

Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung Wie wir die äthiopischen Kleinbauern stärken.

Mehr dazuMehr dazu
Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung

Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung


Wer etwas für die Ernährungssicherheit in Äthiopien tun will, muss die Kleinbauern stärken: Sie produzieren 90 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, aber ihre Ernten fallen oft mager aus und bringen wenig ein. Die Folge: Das Agrarland Äthiopien ist nach wie vor auf Lebensmittel-importe und Nothilfeprogramme angewiesen und die Böden sind durch einseitige Bewirtschaftung ausgelaugt. Um das zu ändern, unterstützt Menschen für Menschen die Bauern dabei, ihre Landwirtschaft produktiver und vielseitiger zu gestalten. Neue Getreide- und Gemüsesorten, verbessertes Saatgut und innovative Anbaumethoden tragen dazu bei, dass nicht nur ihr eigener Speiseplan reichhaltiger wird und sie ihre Familien gesünder ernähren können. Mit ihren Erzeugnissen erzielen sie auf den Märkten zudem gute Preise.

Nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung Kleinbauer Yimam Adem kannte noch vor wenigen Jahren keine Äpfel. Bis ihm unsere Entwicklungsberater von der gesunden, schmackhaften Frucht erzählten. „Ich probiere es aus“, sagte Yimam Adem. Heute erntet er auf seinem Feld rund 1.500 Kilogramm Äpfel pro Jahr. „Früher hatten meine Frau und ich kaum genug, um uns und unsere Kinder zu ernähren“, erzählt er. Inzwischen reichen seine landwirtschaftlichen Einnahmen, um das Haus zu vergrößern und etwas für die Ausbildung der Kinder zurückzulegen.

Wasser und Hygiene Warum der Zugang zu Wasser Entwicklung anstößt.

Mehr dazu Mehr dazu
Wasser und Hygiene

Wasser und Hygiene


Noch immer hat in den ländlichen Regionen Äthiopiens etwa die Hälfte der Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Mehr als 70 Prozent müssen ohne geeignete sanitäre Anlagen auskommen. Dadurch verbreiten sich gefährliche Infektionen schnell – vor allem Kinder leiden darunter. Menschen für Menschen baut deswegen Pumpbrunnen, Quellfassungen und Wasserversorgungssysteme für ganze Städte. Damit beugen wir Krankheiten vor und legen zugleich die Grundlage für eine weiterreichende Entwicklung im ländlichen Äthiopien: Denn wenn die Menschen nicht mehr viele Stunden am Tag damit verbringen müssen, von weit entfernten Quellen Wasser zu beschaffen, können sie sich besser etwa auf den Ausbau ihrer Landwirtschaft konzentrieren. Und Kinder haben mehr Zeit und Kraft für ihre schulische Ausbildung.

Wasser und Hygiene Entwicklungsberaterin Shimbra Mulugeta hat 2018 den Bau eines umfassenden Wasserversorgungssystems für die benachbarten Ortschaften Lemi und Robite betreut. Wichtig sei, dass die Menschen am Bau der Wasserversorgung beteiligt werden, sagt Shimbra Mulugeta: „So verdeutlichen wir, dass es ihre Anlage ist. Dass sie Verantwortung übernehmen müssen.“

Bildung Was Lesen und Schreiben mit Zukunft zu tun hat.

Mehr dazu Mehr dazu
Bildung

Bildung


In Äthiopien können 43 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen nicht lesen und schreiben. Vor allem auf dem Land ist vielen der Zugang zu guter Schulbildung verwehrt. Um das zu ändern, nimmt Menschen für Menschen die gesamte Bildungsbiografie in den Blick: In ländlichen Regionen bauen wir moderne Gebäude für allgemeinbildende Schulen und statten sie mit den notwendigen Lehr- und Lernmaterialien aus. Zudem bauen wir Berufsbildungszentren und betreiben mit dem ATTC ein technisches College, das landesweit einen hervorragenden Ruf genießt. Außerdem bieten wir für Erwachsene Kurse in funktionaler Alphabetisierung an – hier lernen sie lesen, schreiben und rechnen, aber sie erwerben auch alltagsrelevantes Wissen, etwa zu Landwirtschaft, Gesundheitsvorsorge und Ernährung.

Bildung Fantayitu Baye studiert Elektrotechnik am Agro Technical and Technology College (ATTC) in Harar. Damit geht für sie als Tochter armer Kleinbauern ein Traum in Erfüllung. „Ich lerne einen Beruf, der mir Freude bringt“, sagt sie. Ihre Jobaussichten sind bestens, Äthiopien braucht gut ausgebildete Fachkräfte. „Wenn ich eine Stelle habe, kann ich meine Familie unterstützen“, ist Fantayitu Baye daher zuversichtlich.

Gesundheit Warum wir auf Prävention und Aufklärung so viel Wert legen.

Mehr dazu Mehr dazu
Gesundheit

Gesundheit


Mehrtägige Fußmärsche über unwegsames Gelände zum Arzt: Im ländlichen Äthiopien ist das nichts Ungewöhnliches, denn hier fehlt es weitgehend an medizinischer Infrastruktur. Menschen für Menschen stattet deswegen Gesundheitszentren auf dem Land aus, schult Ärzte und medizinische Assistenten und organisiert Impfkampagnen. Einige dringende Behandlungen – wie die Operation der Augenkrankheit Trichiasis – übernehmen unsere eigenen Mitarbeiter. Besondere Bedeutung messen wir Prävention und Aufklärung zu. So verteilen wir zum Beispiel Tabletten gegen Darmparasiten an Schulen und informieren über die Bedeutung von Hygiene. Auch die Vorbeugung von HIV/Aids und die Unterstützung bei der Familienplanung gehören zu unserem Programm.

Gesundheit „Auf dem Land ist Wasser oft Mangelware und Seife ein Luxusgut“, sagt Belay Chebud. Der Gesundheitsmitarbeiter bei Menschen für Menschen hat 2017 viele Schulen besucht, um den Kindern zu erklären, warum sie dennoch die Körperhygiene ernst nehmen sollten. Gefährliche Bakterien haben sonst ein leichtes Spiel. Bei gemeinsamen Wasch-Aktionen üben die Kinder spielerisch die notwendige tägliche Reinigung ein.

Gesellschaftliche Entwicklung und Einkommen Wie wir Benachteiligung in Kreativität und Mut verwandeln.

Mehr dazu Mehr dazu
Gesellschaftliche Entwicklung

Gesellschaftliche Entwicklung und Einkommen


Um die besonders Benachteiligten der äthiopischen Gesellschaft zu erreichen, haben wir spezielle Programme entwickelt. So fördern wir die berufliche Selbstständigkeit von Frauen, die vor allem auf dem Land in tiefer Abhängigkeit von ihren Männern leben. Hauswirtschaftliche und handwerkliche Kurse helfen ihnen ebenso wie unsere Mikrokreditprogramme, an denen inzwischen mehr als 27.000 Frauen teilnehmen. In unserem Abdii-Borii-Kinderheim in Mettu finden Mädchen und Jungen ein neues Zuhause, die ohne Eltern aufwachsen – sei es, weil Vater und Mutter früh starben oder weil sie nicht in der Lage sind, sich ausreichend zu kümmern. Im Abdii Borii wachsen die Kinder in familienähnlichen Verhältnissen auf. Durch finanzielle Unterstützung während der Ausbildung oder des Studiums ebnen wir ihnen den Weg in die Selbstständigkeit.

Gesellschaftliche Entwicklung Lense Beri ist Schauspielstudentin in Addis Abeba, in Kürze wird sie ihren Bachelor-Abschluss machen und freut sich, beruflich durchzustarten. Dabei sah es einst nicht gut für sie aus: Als sie zwei Jahre alt war, tötete ihr Vater ihre Mutter. Zum Glück brachten Nachbarn sie und ihren kleinen Bruder in das Abdii-Borii-Kinderheim. Hier erhielt sie die Fürsorge und Förderung, die sie stark gemacht haben für ihren Lebensweg. Darauf ist sie stolz.
Bilanz Bilanz

Über diese Basisentwicklungsarbeit hinaus können wir uns 2017 über die Ergebnisse eines neuen Projektes freuen.

Wie wir damit gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit auf dem Land vorgehen, illustriert folgende Geschichte.

Früher war Sophia Lachisa arbeitslos –
heute ist sie Unternehmerin. Die Kooperative, die sie gemeinsam mit anderen Frauen und Männern gegründet hat,
produziert Speiseöl aus Nigersamen, das in der äthiopischen Küche sehr beliebt ist.

Mehr dazuMehr dazu
Sophia Lachisa
Sophia Lachisa, 22, wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Seyo westlich von Addis Abeba auf. Nach der Schulzeit war sie arbeitslos – so wie viele junge Leute im ländlichen Äthiopien. Sie lebte mit Mann und der kleinen Tochter von dem, was ihr kleines Stück Land hergab. Das reichte kaum zum Überleben. Heute sieht Sophia Lachisas Leben anders aus – sie ist Unternehmerin. Mit Unterstützung von Menschen für Menschen und gemeinsam mit anderen jungen Frauen und Männern hat sie eine Kooperative gegründet. Sie produzieren das in Äthiopien beliebte Speiseöl aus Nigersamen und finden dafür viele Abnehmer. Was in ihrem jungen Unternehmen zählt, ist Teamarbeit, weiß Sophia: Vom Einfüllen der Samen in die Ölmühle, der Pressung selbst bis hin zur Abfüllung in Flaschen muss alles Hand in Hand gehen. Die Kooperative erwirtschaftet inzwischen Gewinne. Das Geschäft ist auch dadurch in Schwung gekommen, dass in direkter Nachbarschaft weitere Kooperativen entstanden sind.

Menschen für Menschen fördert Unternehmensgründungen in unterschiedlichen landwirtschaftlichen Bereichen. Die Kooperativen entwickeln Lieferbeziehungen untereinander und ihre Produkte sind an den lokalen Märkten gefragt.

So entsteht Wertschöpfung, von der die Menschen auf dem Land direkt profitieren.

Mehr dazuMehr dazu
Sophia Lachisa
Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten schaffen und so Entwicklung auf dem Land in Gang bringen: Darauf zielt unser neues Projekt in der Region Dano, das wir in Kooperation mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ins Leben gerufen haben. Durch die Gründung von landwirtschaftlichen Kooperativen haben inzwischen mehr als 400 junge Frauen und Männer eine Beschäftigung gefunden. Während die einen die frisch geerntete Nigersaat von Spreu und Verschmutzungen befreien, produzieren die anderen aus der Saat Öl. Wieder andere imkern Honig. Dann gibt es noch die Tierfutter-Produzenten, die für ihr Produkt die Spreu der Nigersaat verwenden können. Indem die Kooperativen untereinander Lieferbeziehungen entwickeln, entsteht eine lokale Wirtschaft und die Wertschöpfung bleibt am Ort. So profitieren die Menschen, die hier leben, gleich in mehrfacher Hinsicht von dem Reichtum der fruchtbaren Böden vor ihrer Haustür. Vorher war das anders: Da haben Lkw die Nigersaat abgeholt und sie zu der Ölmühle eines Großunternehmens gebracht. Die Gewinne machten also andere.

Wie wir die uns anvertrauten Gelder 2017 eingesetzt haben

Mittelherkunft
Mittelverwendung

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Arbeit in Äthiopien

DZI Spendensiegel
Online spenden und mehr Informationen zu unserer Arbeit: www.menschenfuermenschen.de
Spendenkonto Stadtsparkasse München IBAN: DE64 7015 0000 0018 1800 18 BIC: SSKMDEMM Datenschutz | Impressum
Stiftung Menschen für Menschen Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe Brienner Straße 46 80333 München Telefon: +49 (0)89 38 39 79-0 Telefax: +49 (0)89 38 39 79-70 info@menschenfuermenschen.org

Datenschutz | Impressum