Der Mercato in Addis Abeba ist der größte Freiluftmarkt Afrikas. Baumharze unterschiedlichster Konsistenz und Güte machen ihn an bestimmten Stellen zu einem ganz besonders duftenden Ort.
Ort besonderer Düfte: Der Mercato in Addis Abeba
Land & Leute
Mofas knattern, Autos hupen, Marktleute rufen durcheinander, in unzähligen Werkstätten hämmern, schleifen und sägen die Handwerker: Der “Mercato” in Addis Abeba, Afrikas größter Markt, ist eine endlose Ansammlung von Hütten und Ständen, umweht von Abgasen und Müllgestank.
In einer Gasse aber, mitten im Getümmel, liegt ein wundersamer Duft in der Luft: süßlich-herb, ein bisschen seifig. Er geht von ein paar Marktständen aus, vor denen sich Schüsseln und Säcke türmen. Darin: mal feines Pulver, mal grobe Krümel, mal faustgroße Brocken – in Farbabstufungen von hellbeige bis dunkelbraun. Weihrauch. Im Minutentakt steuern Kunden die Stände an, lassen sich ein paar Gramm in Papiertütchen packen und ziehen wieder ab.
Ohne Weihrauch keine äthiopische Kaffeezeremonie
Wenig später hängt dichter, aromatischer Rauch in der Luft und schafft Sichtverhältnisse wie in einem Dampfbad. Die Harze, die hier verwendet werden, stammen von unterschiedlichen Bäumen und sind mitunter künstlich aromatisiert. Kostenpunkt: 50 Birr pro Kilo, umgerechnet zwei Euro. Für eine Kaffeezeremonie reichen ein paar Gramm.