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Konflikte in Äthiopien: Wie wir dazu stehen und was wir tun

12.08.2021
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Menschen für Menschen ist ethnisch, religiös und politisch neutral. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht der Mensch.

Die Lage in Äthiopien beruhigt sich weiterhin nicht. Die Stiftung Menschen für Menschen verfolgt die Nachrichten und die Berichte über die militärischen Auseinandersetzungen in verschiedenen Teilen des Landes laufend. Menschen für Menschen ist gegenwärtig in zwölf ländlichen Projektregionen aktiv, rund 600 äthiopische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen dort gemeinsam mit der Bevölkerung die integrierten Entwicklungsprojekte um. Wir beobachten die Lage vor Ort sehr genau, um – wenn nötig – Maßnahmen zum Schutz unseres Teams zu ergreifen.

Menschen für Menschen arbeitet seit vierzig Jahren in Äthiopien als ethnisch, religiös und politisch neutrale Organisation. Seit Beginn unserer Tätigkeit in dem Vielvölkerstaat haben wir immer wieder solche kritischen Phasen erlebt und uns auch und gerade dann weiterhin dafür engagiert, die Menschen auf ihrem Weg in eine selbst bestimmte Zukunft zu begleiten und zu stärken. Gerade in schwierigen Zeiten ist die Unterstützung der Menschen besonders notwendig, denn Perspektiven und wirtschaftliche Chancen sind die beste Prävention gegen die Ausbreitung von radikalem Gedankengut.

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“Gerade jetzt brauchen die Menschen Unterstützung”

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“Wir haben in den vergangenen vierzig Jahren durch die enge Zusammenarbeit mit den Menschen in Äthiopien viel erreicht. Es gab und gibt in dem Land am Horn von Afrika turbulente Zeiten und Hürden zu überwinden. Doch gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und natürlich mit unseren Unterstützerinnen und Unterstützern in Deutschland ist es uns stets gelungen, diesen Herausforderungen zu begegnen. Gerade in schwierigen Zeiten, wie wir sie aktuell wieder erleben, brauchen die Menschen unsere Unterstützung. Noch immer sind 40 Prozent der Bevölkerung auf dem Land ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und 50 Prozent der Erwachsenen sind Analphabeten. Deshalb führen wir unsere Arbeit mit unverminderter Kraft fort und weiten diese auf neue Gebiete aus. Wenn wir konsequent von den Bedürfnissen der Menschen her denken, dann müssen wir auch und gerade jetzt als Partner bereit stehen”, sagt Dr. Sebastian Brandis, Vorstandssprecher der Stiftung Menschen für Menschen.

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Lebenssichernde Maßnahmen für 30.000 Menschen

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Der offene Konflikt, der vergangenen Herbst zwischen der äthiopischen Landesregierung und der Administration der Region Tigray ausbrach, hat bis heute zahlreiche Menschenleben gekostet und zu einer humanitären Notlage der Bevölkerung im Norden des Landes geführt. Laut den Vereinten Nationen sind 350 000 Menschen akut vom Hungertod bedroht; insgesamt benötigen 5,2 Millionen Menschen dringend Nahrung und Unterstützung.

Da die Region im vergangenen Jahr zudem stark von der Heuschreckenplage betroffen war, waren die Nahrungsmittelreserven bereits vor dem jüngsten Konflikt knapp. Aktuell ist der Zugang in die Krisenregion allerdings nicht möglich. Menschen für Menschen arbeitet dennoch mit Hochdruck daran, ein Nothilfe-Programm vorzubereiten, um umgehend starten zu können, wenn es die Sicherheitslage wieder erlaubt.

Die geplanten Nothilfeaktivitäten umfassen vor allem lebenssichernde Maßnahmen und sollen die dringendsten unmittelbaren Bedürfnisse von rund 30.000 Menschen in der Woreda (= Distrikt) Hintalo sowie der Stadt Adi Gudom decken. Rund ein Drittel der Unterstützungsbedürftigen sind schwangere und stillende Frauen und Kinder unter fünf Jahren. Menschen für Menschen hat in den letzten vier Jahrzehnten bereits verschiedene Entwicklungsprojekte in der Region umgesetzt und kann hier daher auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen.

Die Hilfsmaßnahmen, für die Menschen für Menschen insgesamt rund drei Millionen Euro benötigt, sind auf einen Zeitraum von sechs Monaten ausgelegt. Ein Drittel des Betrags kann die Stiftung aus vorhandenem Budget bestreiten, das für solche Notfälle zur Verfügung gehalten wird. Zwei Drittel der dringend benötigten Summe sollen durch öffentliche Gelder, Fördergeldern von Stiftungen sowie Privatspenden finanziert werden.

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Die Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe ist eine öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts. Sie wird beim Finanzamt München unter der Steuernummer 143/235/72144 geführt und wurde zuletzt mit Bescheid vom 11. Juni 2018 wegen Förderung steuerbegünstigter Zwecke von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit und somit als gemeinnützige Organisation anerkannt.