Kinder beim Wasser holen im Projektgebiet Kawo Koysha

Kawo Koysha-Ofa

Kawo Koysha-Ofa

Allgemeine Informationen

Der Bezirk Kawo Koysha liegt 375 km, der Nachbarbezirk Ofa rund 400 km südlich von Addis Abeba in der Walayta-Sodo-Zone im Regionalstaat Südäthiopien. Das 352 km² große Gebiet Kawo Koyshas sowie das 385 km² große Ofa liegen auf durchschnittlich 2.450 Metern Höhe. Der Hauptort von Kawo Koysha ist Lasho Town. Gesuba ist der Hauptort von Ofa. In den zwei Regenzeiten – der größeren von Juni bis Mitte Oktober, der kleineren von Mitte März bis Ende April – fällt zwischen 800 und 1.400 mm Regen im Jahr. Die ca. 73.130 Einwohner Kawo Koyshas (58 Prozent Frauen, 42 Prozent Männer) sowie die ca. 134.260 Einwohner Ofas (52 Prozent Frauen, 48 Prozent Männer), leben überwiegend von Ackerbau und Viehzucht. Die Erträge können die Familien nur ungenügend ernähren.

Mit Beginn 2023 hat Menschen für Menschen in Kawo Koysha ein integriertes ländliches Entwicklungsprojekt begonnen mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern. Nach einer dreijährigen Projektphase mit Aktivitäten im Bezirk Kawo Koysha wurde das Projektgebiet 2026 um den angrenzenden Bezirk Ofa erweitert.

Projektbeginn: 2023
Projekterweiterung (Ofa): 2026
Fläche: 352 km² (Kawo-Koysha) und 385 km² (Ofa)
Bevölkerung: ca. 73.130 (Kawo-Koysha) und ca. 134.260 (Ofa)
Lage: rund 400 km südlich von Addis Abeba

Landkarte von Äthiopien mit einer Übersicht der aktuellen und abgeschlossenen Projektgebiete sowie dem ATTC, den TVETs und Abdii-Borii-Kinderheim.

Ausgangslage vor Projektbeginn

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung von Kawo Koysha – Ofa betreibt gemischte Landwirtschaft, Ackerbau und Viehwirtschaft. Doch die Böden sind erodiert, die fruchtbare Erde wird während der Regenzeit weggeschwemmt, die Bauern verwenden veraltetes Saatgut und überholte Technologien im Anbau. Das Vieh weidet auf offenen Flächen und setzt kaum Fleisch an. Der Ertrag der landwirtschaftlichen Aktivitäten ist daher gering. Aufgrund des Bevölkerungswachstums werden die bewirtschafteten Flächen, die jeder Bauer zur Verfügung hat, immer geringer. Die Durchschnittsfläche, die ein Bauer für den Anbau nutzt, ist gering. Das Ziel der Stiftung in diesem Bereich ist die Vergabe von ertragreicherem Saatgut, die Einführung von Gemüse- und Obstanbau und die Schulung in verbesserten Techniken. Die natürliche Vegetation in Kawo Koysha-Ofa ist sehr dezimiert, da Holz zum Kochen und als Baumaterial verwendet wird.

Der Mangel an Trinkwasser ist eine der größten Herausforderungen im täglichen Leben der Menschen in Kawo Koysha-Ofa. Gerade mal 21% der Menschen konnten in Kawo Koysha hygienisch einwandfreies Wasser trinken, in Ofa sind es 34%. Der Rest muss sich Wasser von ungeschützten Stellen holen, von Flüssen oder Wassertümpeln, mit Folgen für die Gesundheit. Durchfall und andere Erkrankungen, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden, sind die zweithäufigsten Leiden der Bevölkerung. Auch Gesundheitseinrichtungen und Schulen fehlen Wasser.

Die Mehrheit der 22 Schulen in Kawo Koysha und 35 Schulen in Ofa ist traditionell aus Holz und Lehm gebaut. Regen und Wind führen zu schnellem Verfall. Die Räume sind staubig und dunkel, zudem fehlt es an Möbeln. Bei Regen dringt oftmals das Wasser ein.

Auch die 15 vorhandenen Gesundheitseinrichtungen in Kawo Koysha und die 22 in Ofa sind in schlechtem Zustand. Es sind zu wenige Einrichtungen, so dass es immer wieder vorkommt, dass Schwangere mit Geburtskomplikationen auf dem Weg zur medizinischen Versorgung sterben. Die Ausstattung ist mangelhaft, z.B. fehlt es an Solarkühlschränken zur Aufrechterhaltung der Kühlkette für Impfstoffe.

Frauen haben traditionell viele Aufgaben. Neben der Pflege der Kinder und dem Haushalt, sind sie für die Beschaffung von Wasser und Feuerholz verantwortlich und müssen bei der Feldarbeit helfen. Über ein eigenes Einkommen verfügen sie kaum.

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