Stein um Stein
Blocksteine als Fundament
Vom Berufstraining zur eigenen Existenz
Sesu ist rund 18 Kilometer von der Kleinstadt entfernt aufgewachsen, als einer von sechs Geschwistern. Seine Eltern waren Landwirte. Auf ihrem kleinen Acker bauten sie Teff und Mais an. Die Ernte reichte gerade so für die ganze Familie. Als sein Vater plötzlich erkrankte, musste Sesu die Schule abbrechen. Er half auf dem Feld und verdiente in einer Getreidemühle etwas Geld für die Familie dazu. „Das war eine wirklich schwierige Zeit“, erinnert er sich. Mit Anfang zwanzig zog er nach Alga. Hier, so glaubte er, gäbe es bessere Jobchancen. Er half auf Baustellen aus, assistierte dort meist einem Tischler. So sammelte er Erfahrung und verdiente etwas mehr Geld als zuvor. Doch ein sicheres Einkommen bot der Tagelöhner-Job nicht.
Als er von den Berufstrainings hörte, die Menschen für Menschen in Nono Benja plante, meldete er bei der Bezirksbehörde sofort sein Interesse an. Gemeinsam mit der Stiftung suchte diese anhand der Vorkenntnisse die passendsten Kandidatinnen und Kandidaten aus. In einem 20-tägigen Workshop lernten Sesu und die anderen Männer dann die unterschiedlichen Mauersteinformen kennen. Sie verstanden, wie sie Zement und die anderen Bestandteile richtig zusammenmischen und wie die Presse zu bedienen ist. Außerdem lernten sie in einem Gründertraining unter anderem, wie man einen Geschäftsplan erstellt. Die Behörden wiesen ihnen daraufhin ein Grundstück zu, Menschen für Menschen errichtete ein kleines Lager aus Wellblech, stellte die Maschine sowie Schaufeln, Schubkarren, Wassertonnen und einige Säcke mit Zement und Sand-Stein-Aggregat.