Die Zukunft frisieren
Frauen gründen einen Friseur-Salon
Neue Zukunftschancen im eigenen Salon
Mit drei anderen jungen Frauen betreibt die 20-Jährige den Salon mitten in Alga, der Hauptstadt des Bezirks Nono Benja, rund 275 Kilometer südwestlich von Addis Abeba. Seit vier Jahren engagiert sich Menschen für Menschen in der Region. Die Stiftung hat Schulen gebaut und Wasserstellen errichtet, Fruchtbaumsetzlinge vermehrt und sie ebenso wie verbessertes Saatgut und holzsparende Öfen an Landwirte verteilt. Und sie schaffte vor allem Einkommensperspektiven für die junge Bevölkerung.
Das Geschick zum Beruf machen
Traditionell frisieren sich die Frauen in Äthiopien gegenseitig. Haben sie etwas Zeit, hocken sie sich in den Schatten eines Baumes und versuchen sich an neuen Flechtfrisuren. Zwar lernen die Mädchen das Flechten von ihren Müttern, doch in jeder Nachbarschaft gibt es meist eine, die dabei am flinksten und begabtesten ist. So auch Kuleni. Nach ihrem Schulabschluss fand sie keinen Job, für ein Studium reichten ihre Noten nicht aus. Also begann sie, Frauen in ihrer Gemeinde gegen Geld zu frisieren. Zwischen 30 und 40 Cent, verdiente sie dabei pro Sitzung. „Nicht viel, aber ich habe es nicht mehr ausgehalten, nur zuhause rumzusitzen“, erinnert sich Kuleni. Als ihr eine Kundin damals berichtete, dass Menschen für Menschen Jobchancen in Alga schaffen möchte, meldete sie sich bei der Bezirksbehörde als arbeitssuchend. Gemeinsam mit der Stiftung suchte diese die passenden Kandidatinnen und Kandidaten für unterschiedliche Kleinunternehmen aus.
Lukrative Angebotsoffensive
Bizus Haare sind fertig. Sie lächelt und streicht sich über ihren Kopf, als sie aus dem schattigen Salon in die Mittagssonne Algas tritt. Zuhause muss sie nun nur noch ihre Schuluniform raussuchen, Stifte und Notizhefte sortieren – dann steht einem guten Anfang ihres Schuljahres nichts mehr im Weg.