Die Zierbanane: Pflanze für alles
Land & Leute
Brot und Seile aus Zierbananen
Im Süden des Landes wird die Zierbanane seit Jahrhunderten kultiviert. Die Menschen vermehren die Staude, die der uns bekannten Banane stark ähnelt, deren Früchte aber ungenießbar sind. Im Volksmund heißt sie daher auch „falsche Banane“. „Wir nutzen nahezu jeden Teil der Pflanze“, erklärt Amona Tantu, ein Nachbar. Mit den langen Blättern werden Dächer abgedichtet oder sie dienen als Viehfutter. Für den 70-jährigen Amona ist die Zierbanane ein Zeitvertreib, der seiner Familie zusätzliches Einkommen bringt: Bei Regen oder am Abend dreht er aus den Blätterfasern Seile. Bis zu drei Stück schafft er innerhalb von zwei Wochen. 300 Birr, knapp fünf Euro, verdient er damit auf dem Markt. Die Zierbanane wird von etwa 20 Millionen Menschen in Äthiopien genutzt. Rund fünfzehn Pflanzen reichen, um eine Person ein Jahr lang zu ernähren.
Die Wunderpflanze: Baum gegen Hunger