Workshop gegen schädliche Traditionen

Weibliche Genitalverstümmelung und schädliche Traditionen

Weibliche Genitalverstümmelung und schädliche Traditionen

Die Beschneidung der weiblichen Genitalien ist eine grausame Praxis, die weltweit nach wie vor Millionen von Mädchen erleiden müssen. Dabei kann nur ein Teil oder die ganze Klitoris abgetrennt werden, die äußeren und inneren Schamlippen entfernt und häufig anschließend die Vagina zugenäht werden.

Das wird meist ohne Betäubung mit primitiven Hilfsmitteln wie Rasierklingen oder gar Dornen durchgeführt. Und das Verstörendste: Sehr häufig ist es die eigene Mutter oder Großmutter, die das Ritual bei ihrer Enkelin oder Tochter vornimmt. Aus Überzeugung, das Richtige zu tun. Obwohl sie selbst vielleicht schon ihr ganzes Leben unter den Folgen ihrer eigenen Beschneidung leidet.

Trotz gesetzlichen Verbots von FGM (englisch: Female Genital Mutilation) in Äthiopien seit über 20 Jahren ist die Vorstellung, dass nur eine beschnittene Frau „rein“ und weiblich ist und Chancen auf eine gute Heirat hat, tief in der Gesellschaft verankert.

Weibliche Genitalverstümmelung kann zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen, wie Infektionen, chronischen Schmerzen sowie Komplikationen bei der Geburt, Traumata und lebenslangen seelischen Belastungen.

Aufklären und Hinterfragen ist Veränderung

MFM-Gründer Karlheinz Böhm und die Stiftung setzen sich seit den 1990er Jahren für die Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung ein und legten damit den Baustein für das gesetzliche Verbot im Jahr 2004. Menschen für Menschen leistet seit Jahrzehnten Aufklärungsarbeit bei verschiedenen sozialen Gruppen in den ländlichen Gebieten Äthiopiens, verstärkt durch Vertreter:innen aus den Bezirksbüros oder Polizeibeamten. In Workshops werden die schädlichen traditionellen Praktiken, wie Brautraub, Zwangsehen, Vergewaltigung, Polygamie oder Genitalverstümmelung bzw. -beschneidung besprochen.

Besonders wichtig ist es, Zugang zu Müttern zu bekommen und sie über die gesundheitlichen Gefahren der Beschneidung aufzuklären. Denn sie sind es, die den Kreislauf durchbrechen können.

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