Endlich sauberes Trinkwasser
Sorgenfreies Durststillen
Das war nicht immer so. Früher diente der Fluss Meti Koro dem Dorf als Wasserquelle. Jetzt, zur Trockenzeit, plätschert er als Rinnsal in einer Senke unterhalb der Gemeinde. Die Gefahr, die in dem Flüsschen steckt, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Doch sie ist reichlich vorhanden, in Gestalt von Parasiten, die die Menschen krank machen. Mehrmals litt auch Beshike unter Magen-Darm-Beschwerden. Einmal musste sie im Klinikum behandelt werden und sich Geld für die Medikamente leihen. Doch am schlimmsten traf es sie, als sie vor etwa drei Jahren einen Blutegel verschluckte.
Tesfalidet Gebrekidan, Leiter des Projektgebiets Boreda, erinnert sich noch gut: „Als wir die Gemeinde das erste Mal besuchten, klagten alle darüber, wie schwer es sei, an sauberes Wasser zu kommen.“ Um die Situation zu verbessern, errichtete Menschen für Menschen schließlich ein ganzes Versorgungssystem: Eine drei Kilometer entfernte natürliche Quelle wurde eingefasst. Sie speist zwei Wasserspeicher, von denen das Wasser über Rohre zu den insgesamt drei Ausgabestellen im Dorf fließt. „Alle im Dorf fassten bei den Bauarbeiten mit an“, berichtet Dera. Sie schleppten Steine und Zement, gruben tiefe Löcher, spendeten Holz für die Zäune.
Damit die Dorfbewohnerinnen und -bewohner die Anlage selbst warten können, hat Menschen für Menschen ein Wasserkomitee ausgebildet. Die sieben Frauen und Männer, darunter auch Beshike und Dera, erhielten einen kleinen Werkzeugkoffer und lernten in einem mehrtägigen Training, wie sie kleinere Reparaturen durchführen, Einzelteile austauschen, Wasserspeicher und Ausgabestellen reinigen. Mitglieder des Komitees schließen die Ausgabestellen auf und zu, andere sammeln die geringe monatliche Nutzungsgebühr von umgerechnet rund 70 Cent pro Haushalt ein.
Nicht nur die Menschen, auch ihre Tiere leiden unter den Parasiten. Einige, darunter eine trächtige Kuh von Dera, starben daran. Jetzt setzt der Landwirt darauf, dass es auch ihnen bald besser geht: Demnächst sollen in Desgale Tränken für die Tiere angeschlossen werden.