Bongales Traum
Bäume für Illu Gelan
Setzlinge für morgen
Menschen für Menschen wird sie kaufen und an Landwirte im umliegenden Projektgebiet Illu Gelan verteilen. Die Stiftung war es auch, die Bongale überhaupt zur Einrichtung der Baumschule ermutigte und ihn dabei unterstützt. Sie stellt die Basissetzlinge und Materialien, zweimal pro Woche besucht ihn ein Experte von Menschen für Menschen vor Ort. Mit der Förderung privater Baumschulen verfolgt die Stiftung ein langfristiges Ziel: Auch wenn sie ihre Arbeit in dem Gebiet irgendwann beendet, soll es ausreichend Bäume und Sträucher für weitere Anplanzungen geben.
Setzlinge, Saatgut, Ofen
Setzlinge, Saatgut, Öfen – für all das ist Bongale dankbar. Doch die größte Veränderung begann mit etwas ganz anderem: einer Holzkiste voller Ernteabfälle und Würmer. „Ich hatte davon im Fernsehen gehört“, erinnert er sich. Daher sei er offen gewesen, als ihm die Entwicklungsberater der Stiftung vor etwa einem Jahr vorschlugen, Wurmkompost herzustellen. Nach einem mehrtägigen Training baute er seine erste Kiste im Hinterhof.
Die darin produzierte Komposterde brachte er auf seinem Tefffeld aus. Während er zuvor etwa 65 Kilogramm der Zwerghirse erntete, war es nun mehr als das Dreifache. „Unglaublich!“, sagt Bongale. Er war überzeugt und baute sich eine weitere Kiste. Dann eine dritte. Heute stehen fünf davon in seinem Vorgarten, Säcke voller nährstoffreicher Erde lehnen an seiner Hauswand. „Ich dünge inzwischen alles damit“, sagt er. „Die Pflanzen sind robuster, die Blätter grüner, und der Boden speichert deutlich länger Wasser.“ In Zukunft will Bongale seine Komposterde auch verkaufen. „Und vielleicht sogar die Würmer“, fügt er hinzu. Mehrere Zehntausend von ihnen arbeiten bereits in seinen Kisten.
Für Menschen für Menschen sind Landwirte wie Bongale besonders wichtig: Menschen, die Neues schnell umsetzen, Gelerntes weiterentwickeln und als Vorbilder in ihrer Nachbarschaft wirken. Als sogenannter Modellfarmer gibt Bongale seine Erfahrungen an die Nachbarn weiter. Und mit seiner Baumschule übernimmt er Verantwortung.
„Wenn alles gut läuft, möchte ich mein Angebot erweitern“, sagt er. „Zum Beispiel um weitere Obstsorten.“ Die Nachfrage sei groß, seine Motivation ebenso. Denn die vergangenen Jahre hätten ihm gezeigt, was alles möglich ist. „Vielleicht kann ich mir irgendwann sogar ein Auto leisten“, überlegt er, „um meine Bäume und Produkte direkt zu den Landwirten zu liefern.“ Wurmkiste für Wurmkiste, Baum für Baum, Schritt für Schritt wird aus einem Kleinbauern ein Unternehmer – und aus einem kleinen Garten in Washemo ein Ort für große Träume.