Gelbes Glück
Neue Frucht, neues Glück
Kleine Bananenstauden ragen aus der braunen Erde direkt vor Mengesha Boshes Füßen. Erst vor kurzem hat der 28-Jährige sie eingepflanzt. „Bald werden sie dich überragen“, prophezeit ihm Zekarias Korota, Entwicklungsberater bei Menschen für Menschen. Gemeinsam sind sie von Mengeshas Hütte im Dorf Konda zum Acker am Berghang gestiegen, inspizieren die Pflanzen und planen Wassergräben vom nahen Fluss. Eine mühsame Aufgabe im steilen Terrain, doch für Mengesha steht fest: Die Mühe lohnt sich.
Obwohl tropische Früchte in der Region um Konda im südlichen Äthiopien prächtig gedeihen, sind sie kaum verbreitet. Mengesha baut mit seinem Vater bisher Mais, Erdnüsse, Bohnen und Ingwer an – das meiste für die Familie, etwas für den Markt. Mit den seltenen Bananen hoffen sie nun auf ein sicheres Einkommen. „Marktfrüchte helfen, andere Ernteausfälle abzufangen“, erklärt Tesfalidet Gebrekidan, Leiter des Projektgebiets Boreda. Mengeshas Stauden stammen aus der Baumschule der Stiftung, vermehrt aus wenigen Ablegern eines staatlichen Forschungszentrums. Sie sind ertragreich und krankheitsresistent.
Auch Avocado-, Papaya- und Kaffeesetzlinge sowie Gemüsesaatgut erhalten die Bauern von der Stiftung. Dazu Trainings in Agroforstwirtschaft und gesunder Ernährung. Mengeshas Familie bekam einen neuen, holzsparenden Kochofen und lernte, eigenen Wurmkompost herzustellen. Und Mengesha hat noch größere Pläne: Er möchte Agrarwissenschaften studieren – abends, nach der Feldarbeit. Doch fürs Erste kümmern ihn die jungen Stauden. „Wenn sie tragen, teile ich die Früchte mit den Nachbarn“, sagt er. „Die Bananen sollen auch ihnen Glück bringen.
