Sefeds: Äthiopische Handwerkskunst zur Hochzeit - und mehr
Land & Leute
Traditionell werden die Sefeds aus Süßgräsern hergestellt, auch heute sieht man diese Variante der großen Korbteller überall im ländlichen Äthiopien. Doch das Plastik, mit dem die Menschen sie zusätzlich verzieren, macht die Teller bunt und länger haltbar. Für die Grasbündel und den Plastiksack, den Habtam zu Streifen schneidet, hat sie auf dem Markt etwa 80 Cent bezahlt. Einen fertigen Sefed könnte sie dort für knapp sechs Euro anbieten. Doch die kleine Familie nutzt die meisten bisher für den eigenen Haushalt.
Mütter geben Tradition an Töchter weiter
Das Herstellen der Sefeds hat eine lange Tradition: Mütter geben die Kunst an ihre Töchter weiter. Neben den Korbtellern fertigen die Frauen auch Schüsseln oder einen Mesob an. In dem hüfthohen, sanduhrförmigen Korb werden Haushaltsgegenstände verstaut oder er kann als Esstisch genutzt werden. Mesobs sind ein beliebtes Hochzeitsgeschenk. Die Familie der Braut übergibt sie der des Bräutigams.
Herstellung dauert mehrere Monate
Abiyot lebt in Makefta, einer Kleinstadt im Hochland, in der Menschen für Menschen 2019 ein Wasserversorgungssystem errichtet hat.