Menschen für Menschen stärkt Betroffene sexueller Gewalt in Tigray
Menschen für Menschen freut sich, den erfolgreichen Start des neuen Projekts „Stärkung der Postkonfliktgesellschaft durch Unterstützung Überlebender geschlechtsspezifischer Gewalt und vulnerabler Gemeinden in Tigray, Äthiopien“ bekannt zu geben, das gemeinsam mit Mums for Mums Tigray umgesetzt wird.
Der Bundesstaat Tigray liegt im Norden Äthiopiens, angrenzend an Eritrea, und war von 2020 bis 2022 Schauplatz massiver gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Truppen der äthiopischen Bundesregierung und der tigrinischen Regionalmiliz. Der Konflikt zeichnete sich durch den Einsatz von sexueller Gewalt gegen Zivilisten durch alle Kriegsparteien aus, wodurch in Tigray ein großer Bedarf an psychologischer Betreuung und spezialisierter gesundheitlicher Betreuung der Betroffenen entstand. Mums for Mums Tigray ist hierfür der perfekte Umsetzungspartner, da die 2001 gegründete NGO thematisch spezialisiert ist und sich regional auf Tigray fokussiert.
Unsere Kollegen Hayat Mohammed, Gesundheitskoordinatorin bei Menschen für Menschen, und Semere Tsegaye, Senior Finance Manager, besuchten das Büro unserer Partner in der tigrinischen Regionalhauptstadt Mekelle zum offiziellen Kick-off-Meeting. Während der Veranstaltung wurde der Projektansatz Vertretern der Regional- und Landesregierung vorgestellt und erhielt die volle Unterstützung der Regierung für die Umsetzung.
In den nächsten drei Jahren wird das Projekt Überlebende sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt (Sexual and Gender-Based Violence, SGBV) in der Woreda Hintalo und der Stadt Adi Gudom unterstützen, indem es
- die Gesundheitsdienste für SGBV-Opfer stärkt
- die Gesundheitsinfrastruktur ausbaut
- das Bewusstsein der Gemeinschaft für SGBV schärft
- die wirtschaftliche Stärkung von SGBV-Überlebenden durch die Förderung des Unternehmertums unterstützt
- die Befähigung junger Mädchen und Jungen, wieder regelmäßig zur Schule zu gehen, schafft.
Die ersten Aktivitäten sind bereits im Gange, darunter der Bau von zwei sicheren Räumen für Frauen und Mädchen in Gesundheitszentren. Diese Räume werden psychosoziale Unterstützung für GBV-Überlebende in der Region bieten und als Drehscheiben für weitere Projektaktivitäten dienen.
Das Projekt läuft bis Oktober 2028 und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und nuruWomen e.V. finanziert sowie durch die Unterstützung von Engagement Global, der bundeseigenen Anlaufstelle für zivilgesellschaftliche Entwicklungszusammenarbeit, und deren Beratungsstelle bengo ermöglicht.
Wir freuen uns darauf, einen Beitrag zum Wiederaufbau und der Stärkung der Resilienz der von Konflikten betroffenen Gemeinden im Südosten von Tigray zu leisten.