Maßgeschneiderte Entwicklung
Abgeschlossenes Projektgebiet Borena (2011 - 2023)
Die Ausbildung von Menschen für Menschen wurde für die Witwe zum Rettungsanker. Zusammen mit Almaz Getachew, 20, und Leke Demeke, 19, lernte sie drei Monate lang das Schneidern. Der Lehrer wurde von der Äthiopienhilfe bezahlt. Darüber hinaus erhielten die Frauen eine finanzielle Unterstützung, mit der sie in der Ausbildungszeit ihre Kinder versorgen und gleichzeitig eine Nähmaschine kaufen konnten – mit Fußantrieb, denn in ihrem Dorf gibt es keinen Strom.
Drei Aufträge pro Tag
Am Anfang sei es nicht leicht gewesen, Kunden zu bekommen, erzählen sie. Aber zum Glück stand das neue Schuljahr bevor, und viele Kinder in der Gegend brauchten neue Uniformen. „So begann der Umsatz langsam zu wachsen.“ Im Schnitt hätten sie etwa drei Aufträge pro Tag und erzielten im Monat ein Einkommen von 1.500 Birr, umgerechnet rund 60 Euro. „Ein toller Verdienst!“, sagt Mestaet. „Jetzt haben wir genug zu essen, ich kann meine Schulden zurückzahlen, und sogar eine kleine Summe sparen.“
Doch es mangelt ihnen nicht nur an Kraft. Mais füllt den Magen, aber er liefert nicht alle Vitamine und Spurenelemente. „Als ich schwanger war, bin ich zur Gesundheitsstation, weil ich so schwach war“, erzählt Workenesch. „Sie sagten, ich litte unter Blutarmut.“ Eine Folge von Eisenmangel – für Frauen in Äthiopien, die viele Kinder bekommen und keine abwechslungsreiche Kost zu sich nehmen, ist das eine alltägliche Diagnose. Zwar nimmt Workenesch nun Eisentabletten. „Aber immer noch fühle ich mich häufig schwindelig“, erzählt die Bäuerin, „alles dreht sich um mich herum.“
Nun habe sie auch wieder Kraft für ihr ehrenamtliches Engagement: