2021 - 2022: Unterstützung der Kriegsflüchtlinge
Nothilfe für geflüchtete Familien
Der Bürgerkrieg in Tigray im Norden Äthiopiens ist einer der weltweit brutalsten Konflikte gewesen und hat tiefe Spuren hinterlassen. Mehr als eine halbe Million Menschen starben durch Waffen, Millionen Menschen mussten fliehen. Ihre Felder blieben unbestellt, Vieh wurde gestohlen oder getötet, Traktoren und technisches Gerät beschädigt, Schulen und Krankenhäuser wurden zerstört. In vielen Regionen fehlten Nahrung, sauberes Wasser, Medikamente und sichere Unterkünfte.
Bereits 2021 unterstützte Menschen für Menschen Geflüchtete in den Regionen Amhara und Afar. Über 280.000 Menschen waren allein nach Debre Birhan geflohen. MFM verteilte Reis, Weizenmehl, Speiseöl, Waschmittel, Geschirr sowie medizinisches Material für das Universitätskrankenhaus vor Ort.
Hilfe, die Perspektiven schafft
Nach dem Waffenstillstand Ende 2022 gehörte Menschen für Menschen zu den ersten Organisationen, die Hilfslieferungen in die betroffenen Regionen Tigray und Amhara brachten.
Die akute Versorgung stand im Vordergrund. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wurde anschließend entschieden, welche Unterstützung langfristig hilft. Schnell zeigte sich: Besonders dringend wurde Saatgut benötigt. Viele Bauernfamilien hatten ihre Ernten verloren, Felder waren zerstört oder konnten jahrelang nicht bewirtschaftet werden.
Menschen für Menschen verteilte deshalb dürreresistentes und schnellwachsendes Saatgut. Wenige Wochen später zeigte sich der Erfolg der Maßnahmen: Mitten in trockenen Regionen entstanden wieder grüne Felder und neue Ernten. Für viele Menschen bedeutete das mehr als Nahrung: Es bedeutete Hoffnung, Würde und ein Stück Normalität.
Von der Nothilfe zur langfristigen Entwicklung
Die Folgen des Krieges reichen jedoch weit über zerstörte Felder hinaus. Viele Menschen leiden unter Traumata. Kinder konnten jahrelang keine Schule besuchen und die medizinische Versorgung brach vielerorts zusammen.
Um nachhaltig zu unterstützen, fördert Menschen für Menschen den Wiederaufbau von Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Ein Tiefbohrgerät der Stiftung erschließt nahe Wasserquellen, bislang musste Wasser mühsam von weit hergeholt werden. Zum ersten Mal wurde zudem ein Programm zur psychosozialen Unterstützung gestartet.
Zusätzlich schult MFM lokale Fachkräfte, damit Hilfe langfristig vor Ort verankert bleibt.