Verteilung von Nothilfe gegen den Hunger
Region: Agarfa
„Hoffentlich hört es morgen nicht wieder auf zu regnen.“, sagt Alfia Muktar als sie ihren Blick in den grauen mit Wolken verhangenen Himmel richtet. Ein leichter Regen prasselt auf die Wellblechdächer des Dorfes Sheneka in der Region Agarfa, knapp über 500 Kilometer südöstlich von Addis Abeba. Es ist der erste Regen, nachdem in den Regenzeiten der vergangenen zwei Jahre nur sehr vereinzelt kurze Schauer fielen.
Maßnahmen gegen die Hungerkatastrophe
Der Regen bringt Hoffnung
Der erste richtige Regen nach der zweijährigen Dürre, treibt das ganz Dorf auf die Straße. Junge und Alte stehen in den Hauseingängen und schauen halb verwundert, halb freudig zu, wie der Regen aus der staubigen Dorfstraße eine schlammige Piste macht. Zwar ist der Boden schnell matschig, bohrt man jedoch mit der Schuhsohle etwas tiefer als einen Zentimeter, ist der Grund noch immer staubtrocken.
Addisu Assefa, der den Nothilfeeinsatz von Menschen für Menschen in Agarfa koordiniert, zeigt sich vorsichtig optimistisch über den einsetzenden Regen: „Es ist gut, dass es jetzt anfängt zu regnen, aber es ist vor allem wichtig, dass es nicht zu stark regnet, da sonst die Böden noch mehr ausgelaugt werden. Durch die langanhaltende Trockenheit kann der Boden solch große Wassermassen noch nicht aufnehmen.“, erklärt Addisu. „Wir hoffen, dass der Regen anhält, denn erst mit der nächsten Ernte erfahren die Bauern Linderung.“
Für Alfia Muktar und ihre Familie wächst mit dem Einsetzen des Regens die Hoffnung, die Dürre bald überstanden zu haben. Sollte sich dies bewahrheiten, müssen sie und die anderen Bewohner von Sheneka jedoch wieder ganz von vorne anfangen.
Was bleibt, ist vorerst nur die Hoffnung, dass die Dürre ein Ende gefunden hat. Klar ist aber auch, dass Bäuerinnen wie Alfia weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein werden. „Danke, dass ihr uns gerettet habt. Ich weiß nicht ob wir die zwei Jahre Dürre ohne eure Hilfe überstanden hätten“, bedankt sich Alfia zum Abschied. In diesem Moment strahlt sie und ihre Freude und Erleichterung über den Regen sowie die Hoffnung, bald die Dürre überstanden zu haben, ist nicht zu übersehen.
Menschen für Menschen unterstützt die bedürftigen Familien in Agarfa durch die Verteilung von Nothilfepaketen. Diese Maßnahmen leistet die Stiftung bereits seit November 2015 zusätzlich zur Arbeit in den aktuell zwölf Projektgebieten. Ziel von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe ist es jedoch, ganze Regionen durch Maßnahmen zur Ernährungssicherung langfristig unabhängig von fremder Hilfe zu machen. So werden Bauern in die Lage versetzt, Vorräte anzulegen, um bei Ernteausfällen abgesichert zu sein. Die Stiftung verteilt zu diesem Zweck Getreide- und Gemüsesaatgut sowie Obstbaumsetzlinge, führt produktivere Hühner ein und fördert in die Bauern in landwirtschaftlichen Kursen für den Anbau und Bewässerungsmethoden.