Fachkräfte für die Zukunft
Projekt: ATTC
Fragt man Suse Obsi Wirtu nach ihrem beruflichen Vorbild, fällt ihr niemand ein. In ihrem Studienfach Automobiltechnik und in der Branche, in der sie später arbeiten möchte, gibt es kaum Frauen. Auch unter ihren männlichen Kommilitonen hat sie die Skepsis gespürt: „Sie haben mir nicht zugetraut, dass ich das Studium durchhalte“, sagt Suse, deren rosa Turnschuhe perfekt auf den Pullover abgestimmt sind. Sie lächelt stolz. Von ihrem Weg hat sie sich nie abbringen lassen. „Schon als Kind war ich fasziniert von Autos. Ich wollte verstehen, wie sie funktionieren.“
Ausbildung von Fachkräften in verschiedenen Fachbereichen
Äthiopien wandelt sich: Neue Arbeitsplätze entstehen im boomenden industriellen Bereich,nationale und internationale Unternehmen suchen gut ausgebildete Ingenieure und Mechaniker. Doch im Land mangelt es an diesen Fachkräften. Zugleich sid viele junge Äthiopier arbeitslos. Um diese Lücke zu schließen und für die junge Generation Perspektiven zu schaffen, bauen wir im ganzen Land Berufsschulen und statten sie mit allem Nötigen aus. Außerdem betreiben wir seit 1992 ein eigenes technisches College. das ATTC in Harar. Denn eine qualifizierte Ausbildung ist der Schlüssel zu einer gesicherten Zukunft.
„Die Stiftung begleitet mich jetzt schon mein ganzes Leben“, sagt Suse. Geboren ist sie in Mettu, einer Kleinstadt etwa 1.000 Kilometer südwestlich von Harar; in einem Krankenhaus, das Menschen für Menschen erbaut hat. Später besuchte sie eine Grund- und eine weiterführende Schule, beide ebenfalls von der Äthiopienhilfe errichtet. Und als ihr Absolventen des ATTC von dem College vorschwärmten, war ihr Interesse geweckt und sie meldete sich für den Aufnahmetest an. „Ich habe sehr lange gelernt.“ Suse wusste, das ATTC ist beliebt, pro Studienjahr bewerben sich zwischen 1.500 und 2.000 Interessenten auf rund 200 Plätze. “Die Zusage kam per SMS. Ich rief sofort meinen Vater an. Der freute sich noch mehr als ich.”
Praxisorientierter Unterricht und College-Leben
Gut gerüstet für die Zukunft
Sie selbst möchte mit ihrem Wissen die äthiopische Autoindustrie voranbringen. Am liebsten bei MOENCO, einem der größten Automobilunternehmen Äthiopiens. „Ich habe gute Chancen auf einen Job. Wir haben viel mehr Praxiserfahrung als Absolventen anderer Universitäten. Danach suchen die Firmen“, sagt Suse und verabschiedet sich. Sie muss zum Lernen in die Bibliothek.