Anschlüsse in die Zukunft
Zukunftsvision für die Jugend
Fachkräfte von morgen
Vor vier Tagen ist Jerusalem an das ATTC nach Harar zurückgekehrt. Ihre freie Zeit hat sie genutzt, um sich auf ihre Kurse in diesem letzten Studienjahr vorzubereiten. Jerusalem fragte ehemalige Studierende nach Unterrichtsmaterial, recherchierte im Internet. „Ich möchte meine Leistung weiter verbessern und einen richtig guten Job finden.“
Um motivierten jungen Menschen wie ihr den Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu ebnen und die wachsende äthiopische Wirtschaft mit Fachkräften zu versorgen, hat Menschen für Menschen das ATTC vor mehr als 30 Jahren gegründet. Die Absolventinnen und Absolventen sind sehr gefragt. Neben Elektrik und Elektrotechnik kann man hier auch auf dem Gebiet der Fertigungs- und Automobiltechnik einen Bachelor absolvieren. Das Studium ist kostenlos: Maschinen, Werkzeuge, Arbeitskleidung, Lehrbücher, die Unterkunft und Verpflegung der Studierenden werden durch Spenden und über Stipendien deutscher Firmen getragen, wie der Bürkert Werke: Rund 40 Frauen finanziert das schwäbische Technologieunternehmen die Ausbildung. Darunter auch Jerusalem.
Jerusalems Weg in die berufliche Zukunft
„Das Miteinander hier werde ich am meisten vermissen“, sagt Jerusalem. Nach ihrem Studium würde sie gerne bei Ethio Telecom, dem landesweiten Internet- und Telefondienstanbieter arbeiten. „Wir leben im Informationszeitalter“, sagt sie. „Wussten wir früher wenig über andere Orte auf der Welt, können wir heute alles googeln und problemlos mit Menschen überall kommunizieren.“
Bis sie ihren Berufswunsch umsetzen kann, muss Jerusalem noch einige schriftliche Prüfungen bestehen und ihr praktisches Abschlussprojekt vorlegen. Jerusalem plant ein Ampelsystem zu entwickeln, das mehr als rot, gelb und grün anzeigt. „Die Passanten sollen sehen, wie viel Zeit ihnen zum Überqueren der Straße bleibt“, erklärt sie. „Auch hier kann Kommunikation das Leben verbessern.“