Schutz für Frauen in Äthiopien
MFM stärkt Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt in Konfliktgebieten
Menschen für Menschen setzt genau hier an: Gemeinsam mit der Family Guidance Association of Ethiopia (FGAE) und in enger Zusammenarbeit mit der Lokalregierung der Verwaltungsregion Amhara in Äthiopien hat die Organisation Ende 2023 ein Projekt ins Leben gerufen, das Frauen und Mädchen unterstützt, die während des Amhara-Kriegs in der Konfliktzone von North Wollo Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt wurden. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert, und durch die Beratung von Engagement Global und deren Unterabteilung bengo ermöglicht.
Beeindruckende Bilanz nach anderthalb Jahren Projektlaufzeit
„In einer von der FGAE und Menschen für Menschen durchgeführten Studie gaben 53 Prozent der Frauen in der Konfliktregion North Wollo an, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt erlebt zu haben“, sagt Dr. Sebastian Brandis, Vorstandssprecher der Stiftung Menschen für Menschen. „Der Bedarf an Schutz und Stärkung ist daher immens. Mit unseren integrierten Maßnahmen schaffen wir nicht nur psychologische und wirtschaftliche Unterstützung für die Betroffenen, sondern leisten gleichzeitig wichtige Aufklärungsarbeit, um geschlechtsspezifischer Gewalt vorzubeugen. Besonders erfreulich ist, dass wir unsere Bemühungen für den Schutz und die Unterstützung von Betroffenen sexualisierter Gewalt ab November 2025 in einem neuen, ähnlich konzipierten Projekt in Tigray mit Unterstützung des BMZ für drei weitere Jahre fortsetzen können.“
Menschen für Menschen setzt auf Prävention
Menschen für Menschen führt in verschiedenen Projektgebieten Aufklärungsveranstaltungen durch, bei denen lokale religiöse Autoritäten, einflussreiche Gemeindemitglieder sowie Eltern über die Folgen schädlicher traditioneller Praktiken informiert werden. Auch an Schulen setzen wir direkt an: In speziellen Clubs werden Lehrkräfte und Sozialarbeiterinnen geschult, damit sie Schülerinnen und Schüler beispielsweise im Rahmen eines Theaterstücks für die Gefahren von schädlichen traditionellen Praktiken sensibilisieren können. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, nachhaltige Verhaltensänderungen in den Gemeinden zu bewirken – und Frauen und Mädchen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen.