Arbeiten im Konfliktgebiet
Psychosoziale Unterstützung in North Wollo, Amhara
Um dieser Not zu begegnen, entwickelte FGAE gemeinsam mit Menschen für Menschen ein Projekt zur psychosozialen Unterstützung, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wird. Menschen für Menschen kooperiert in bestimmten Kontexten mit lokalen äthiopischen Nichtregierungsorganisationen. Dabei wird die äthiopische Zivilgesellschaft gestärkt und die sich komplementierenden Stärken beider Organisationen genutzt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Identifikation und Begleitung von Menschen mit mentalen Problemen. Schwere Fälle werden in die wenigen noch funktionierenden Kliniken überwiesen. Dort unterstützt das Projekt mit medizinischem Material, Schulungen für Gesundheitspersonal und spezifischen Angeboten für Betroffene von geschlechtsspezifischer Gewalt.
Stärkung von Gemeinschaften
Auch die lokale Infrastruktur wird wiederaufgebaut. Sechs beschädigte Gesundheitsstationen konnten bereits renoviert werden. Zusätzlich wurden 20 Freiwillige zu psychosozialen Berater:innen ausgebildet, um entlegene Gemeinden zu erreichen, in denen es nach dem Konflikt kaum mehr medizinisches Personal gibt. „Unsere Freiwilligen spielen eine große Rolle – sie leben in den Dörfern und unterstützen uns auch dann, wenn die Lage angespannt ist“, so Setegn.
Zu den wichtigsten Erfolgen zählen für das Team die Wiedervereinigung von Familien, die während des Konflikts den Kontakt verloren hatten. Über lokale Radiosender und soziale Medien konnten Angehörige wieder zusammengeführt werden – für viele ein zutiefst emotionaler Moment.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung der wirtschaftlichen Perspektiven für Frauen und Mädchen. Viele Teilnehmerinnen erhielten Trainings zur Existenzgründung und können nun für sich und ihre Kinder sorgen. „Dank der renovierten Kliniken erhalten Menschen wieder Zugang zu Gesundheitsdiensten – und viele Frauen haben eine neue Perspektive gefunden“, resümiert Husien.