Allein hätte der Landwirt, der Mais, Getreide und Ensete anbaut, den bisherigen Neubau nicht stemmen können. „Damit kenne ich mich nicht genug aus“, erklärt er. Bereket engagierte einen erfahrenen Handwerker – für Lohn und Material zahlte er umgerechnet etwa 200 Euro. Fünf Monate ist auf seinem Grundstück mittlerweile Baustelle. Immer wieder blieben Nachbarn und Passanten zuletzt auf der Straße neben seinem Haus stehen, lobten ihn für den Fortschritt. „Das macht mich ziemlich stolz.“
Tradition und Architektur sind nicht nur in Zirqo eng verbunden. Auch die Häuser der Dorze, die nicht weit entfernt leben, zeugen von der Geschichte und Kultur des Stammes. Bis zu zwölf Meter hoch ragen ihre kuppelförmigen Hütten aus Bambus und Ensete in den Himmel. Mit ihren seitlichen Ausbuchtungen und kleinen Fenstern erinnern sie an einen Elefantenkopf – mit Rüssel, Ohren und Augen.
So wollen sich die Dorze an die Tiere erinnern, die hier einst mit ihnen lebten. Und locken damit Besucher aus aller Welt an. Sie staunen über die „Elefantenhäuser“, probieren Ensete-Brot oder kaufen handgewebte Stoffe. Gut für den Geldbeutel der Dorze und für das Fortleben einer Handwerkskunst. Die möchte auch Bereket am Leben erhalten. „Meinen Kindern werde ich später ebenfalls ein solches Haus bauen.“