Damit ließen sie auch ihre bewegte Vergangenheit hinter sich: Als Jugendliche gerieten sie auf die schiefe Bahn. Sie schwänzten Schule, lungerten tagein, tagaus auf der Straße herum, berauscht von den Blättern des Khatstrauchs. Regelmäßig zettelten sie Schlägereien an, begingen kleinere Straftaten. Alle 16 saßen mehrmals im Gefängnis. Wieder auf freiem Fuß verdienten sie zunächst mit Gelegenheitsjobs ihr Geld. Auf ihrem Arbeitsweg kamen sie an einem zugemüllten Hügel an einer unbefestigten, sandigen Straße in Akaki Kallity vorbei. Die Männer säuberten das Areal, zimmerten aus dem gesammelten Plastikabfall Bänke, bastelten Stühle, pflanzten Blumen in aufgeschnittene Kanister oder fertigten aus bunten Plastikdeckeln Kunstwerke an. Wer in ihr Refugium möchte, tritt durch ein Eingangstor aus Plastikflaschen. Es ist so niedrig, dass man sich bücken muss, um es zu durchschreiten. „So verbeugt sich jeder, der unseren Garten besucht. Vor dem Ort und der Natur“, erklärt der 25jährige Abdulaziz und grinst.