Drei Männer freuen sich über die reiche Papaya-Ernte.

Modellfarmer als Vorbild

Modellfarmer als Vorbild

Gemeinsam lassen wir Träume wachsen

In Gezagn Geles Garten wachsen alle Zutaten für einen guten Obstsalat: Zitronen-, Orangen- und Mangobäume, Avocadosträucher und Bananenstauden. Der 55-Jährige pflückt eine Papayafrucht aus einem der Bäume. „Ich liebe ihren Geschmack“, sagt er.

„Früher waren wir komplett von der Maisernte abhängig“, erinnert sich der Landwirt. Diese brachte jedoch kaum genug Essen auf den Tisch der sechsköpfigen Familie. Häufig gingen die Kinder mit knurrendem Magen ins Bett. Die Papaya-Frucht kannte Gezagn damals noch nicht. Dass er sie heute selbst anbauen kann, hat er Menschen für Menschen zu verdanken. Die Stiftung versorgte ihn mit verschiedenen Fruchtbaum- und Kaffeesetzlingen. Mit Hilfe der Entwicklungsberaterin Mulu Merga lernte er, sie nach dem Prinzip eines Agroforst anzubauen. Dabei profitieren unterschiedliche Pflanzen gegenseitig voneinander, indem sie sich zum Beispiel Schatten spenden.

Ein Garten der Möglichkeiten

„Unser Leben hat sich seither sehr verändert“, sagt Gezagn. Seit sie den Obstgarten haben, kann seine Frau Mamitu die Früchte auf dem Wochenmarkt verkaufen. Auch Mamitu wird von Menschen für Menschen unterstützt. Dank eines holzsparenden Ofens ist es für sie heute sicherer zu kochen als über dem offenen Feuer. Zudem konnte die 50-Jährige einen Workshop zur Hühnerhaltung besuchen. In ein paar Tagen bekommt sie von der Stiftung rund 20 Hühner gestellt.

Ein Ehepaar mit ihrer Papaya-Ernte.
Ein Sack Mangos bringt zum Beispiel 700 Birr, umgerechnet knapp fünf Euro. Zehn Stück konnte die Familie in der letzten Saison füllen.
Eine Frau kocht mit ihrem neuen, holzsparenden Ofen.
Mamitu kann es kaum erwarten. Neben dem holzsparenden Ofen ist ein größerer Hühnerstall bereits gebaut.

Als Vorbild voran

Gezagn und seine Frau Mamitu sind stolz auf ihren neuen üppigen Fruchtgarten, den sie dank Menschen für Menschen angelegt haben. In seinem Dorf Siba, im ländlichen Äthiopien, ist Gezagn ein Vorbild für viele andere Landwirte – ein sogenannter Modellfarmer. Er selbst schaute sich vieles bei seinen Brüdern ab, die in seiner Nachbarschaft leben. Sie arbeiten schon länger mit der Stiftung zusammen.

Regelmäßig treffen sich die drei Brüder mit anderen Bauern, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. So entsteht nachhaltiger Wandel in der ganzen Gemeinde. Die Landwirte ernten nun genug, um ihre Familien gesund zu ernähren sowie auf dem Markt etwas Geld zu verdienen. Das neue Einkommen wollen Gezagn und seine Frau Mamitu eines Tages in ein kleines Haus in der nächsten Stadt investieren, damit ihre vier Kinder zur Schule gehen können.

Eine Frau schaut nachdenklich in die Ferne.
Mamitu, Gezagns Frau, träumt von einem kleinen Haus in der nächstgrößeren Stadt.
Drei Männer freuen sich über die reiche Papaya-Ernte.
Gezagn (Mitte) ist sich sicher, seine Eltern wären sehr stolz auf den Erfolg ihrer drei Söhne.

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