„Darauf servieren wir Injera oder Brot“, sagt Fatuma. „Und zu Hochzeiten verschenken wir sie.“ Hergestellt werden die Körbe aus Grashalmen und Gerstenstängeln. An einigen Exemplaren baumeln kleine weiße Muscheln. Ursprünglich wurden diese an der Küste Eritreas gesammelt. „Heute sind es meist künstliche Muscheln aus China“, bedauert Fatuma. Sie ist in Jegol geboren und aufgewachsen. Schon ihre Großmutter und Mutter stellten die traditionellen Teller her und verkauften sie auf dem Wochenmarkt. „Mit mir ist das Angebot größer geworden“, sagt sie. Vieles kauft sie inzwischen zu, auch aus anderen Regionen Äthiopiens. Selbst kann sie kaum noch Körbe flechten, da sie nicht mehr gut sieht.“ Das mache sie traurig. Und doch freue sie sich, dass es in ihrem Laden inzwischen auch die Kunst anderer Ethnien zu kaufen gibt. „Hier kommen wir alle zusammen“, sagt sie. „An einem Ort, zu dem man gern reist und ein Andenken mitnimmt.“
In den vergangenen Jahren seien es vor allem einheimische Touristen gewesen, die Harar besuchten, erzählt Worko. Die Stadt, die seit 2006 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, profitiert dabei auch von Social Media: Instagramer zwängen sich durch die Gassen, Tiktoker probieren Streetfood, YouTuber drehen Videos. Worko Solomon stört das nicht. „Hauptsache, es kommen noch mehr Menschen“, sagt er. „Um unsere besondere Stadt und ihre Bewohner kennenzulernen.“