Weibliche Genitalverstümmelung und schädliche Traditionen
Das wird meist ohne Betäubung mit primitiven Hilfsmitteln wie Rasierklingen oder gar Dornen durchgeführt. Und das Verstörendste: Sehr häufig ist es die eigene Mutter oder Großmutter, die das Ritual bei ihrer Enkelin oder Tochter vornimmt. Aus Überzeugung, das Richtige zu tun. Obwohl sie selbst vielleicht schon ihr ganzes Leben unter den Folgen ihrer eigenen Beschneidung leidet.
Trotz gesetzlichen Verbots von FGM (englisch: Female Genital Mutilation) in Äthiopien seit über 20 Jahren ist die Vorstellung, dass nur eine beschnittene Frau „rein“ und weiblich ist und Chancen auf eine gute Heirat hat, tief in der Gesellschaft verankert.
Weibliche Genitalverstümmelung kann zu schweren körperlichen und psychischen Schäden führen, wie Infektionen, chronischen Schmerzen sowie Komplikationen bei der Geburt, Traumata und lebenslangen seelischen Belastungen.
Aufklären und Hinterfragen ist Veränderung
Besonders wichtig ist es, Zugang zu Müttern zu bekommen und sie über die gesundheitlichen Gefahren der Beschneidung aufzuklären. Denn sie sind es, die den Kreislauf durchbrechen können.