In Agarfa verteilt Menschen für Menschen Nothilfe an die Bevölkerung

Verteilung von Nothilfe gegen den Hunger

 

„Hoffentlich hört es morgen nicht wieder auf zu regnen.“, sagt Alfia Muktar als sie ihren Blick in den grauen mit Wolken verhangenen Himmel richtet. Ein leichter Regen prasselt auf die Wellblechdächer des Dorfes Sheneka in der Region Agarfa, knapp über 500 Kilometer südöstlich von Addis Abeba. Es ist der erste Regen, nachdem in den Regenzeiten der vergangenen zwei Jahre nur sehr vereinzelt kurze Schauer fielen.

Alfiya Muktar kann aufgrund des einsetzenden Regens wieder hoffen

Alfia Muktar und ihre Familie mussten ihr Vieh verkaufen und ist nach der großen Dürre mittellos.

Schon oft zogen in diesen zwei Jahren dunkle Wolken über Sheneka auf und die Menschen hofften, die Zeit der Dürre überstanden zu haben. Sie wurden immer bitterlich enttäuscht. Und so kam es, dass sie erneut eine ihrer abgemagerten Ziegen verkaufen mussten. Auch das wertvolle Saatgut, das für die Aussaat bestimmt war, aßen sie auf, um ihren Hunger zu stillen.

Die einzigen grünen Pflanzen, die es in und um Sheneka noch gibt, sind Kakteen. Sonst ist von der einst fruchtbaren Tiefebene, in der Alfia und ihre Familie leben, nichts mehr übrig geblieben. „Wir haben immer auf das Auto von Menschen für Menschen gewartet. Denn dann wussten wir, dass wir wieder Nahrung erhalten und für die nächste Zeit unseren Kindern etwas zu essen geben können“, erzählt die 40-Jährige.

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Maßnahmen gegen die Hungerkatastrophe

 

Menschen für Menschen verteilt aktuell an 24.840 Bedürftige das vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen empfohlene Nothilfepaket, bestehend aus 15 Kilogramm Getreide, 1,5 Kilogramm Hülsenfrüchte, einem halben Liter Speiseöl sowie Famix für Kleinkinder und stillende Mütter. Besonders das Nahrungsergänzungsmittel Famix, ein proteinreiches Pulver aus Zerealien, Mineralien und Vitaminen, habe dafür gesorgt, dass ihre jüngsten Kinder keine bleibenden Schäden durch die Mangelernährung davontragen, sagt Alfia. Froh und dankbar erzählt die Mutter, wie sie das Famix mit Wasser zu einem Brei gekocht hat und ihren Kindern zu essen gab.

Der Regen bringt Hoffnung

Der erste richtige Regen nach der zweijährigen Dürre, treibt das ganz Dorf auf die Straße. Junge und Alte stehen in den Hauseingängen und schauen halb verwundert, halb freudig zu, wie der Regen aus der staubigen Dorfstraße eine schlammige Piste macht. Zwar ist der Boden schnell matschig, bohrt man jedoch mit der Schuhsohle etwas tiefer als einen Zentimeter, ist der Grund noch immer staubtrocken. Addisu Assefa, der den Nothilfeeinsatz von Menschen für Menschen in Agarfa koordiniert, zeigt sich vorsichtig optimistisch über den einsetzenden Regen: „Es ist gut, dass es jetzt anfängt zu regnen, aber es ist vor allem wichtig, dass es nicht zu stark regnet, da sonst die Böden noch mehr ausgelaugt werden. Durch die langanhaltende Trockenheit kann der Boden solch große Wassermassen noch nicht aufnehmen.“, erklärt Addisu. „Wir hoffen, dass der Regen anhält, denn erst mit der nächsten Ernte erfahren die Bauern Linderung.“

Für Alfia Muktar und ihre Familie wächst mit dem Einsetzen des Regens die Hoffnung, die Dürre bald überstanden zu haben. Sollte sich dies bewahrheiten, müssen sie und die anderen Bewohner von Sheneka jedoch wieder ganz von vorne anfangen. „Wir haben kein Saatgut und kein Vieh mehr und wir haben kein Geld, um uns neues zu kaufen. Wir sind komplett mittellos.“, erzählt die Bäuerin, während sie ein Bündel Gerste aus dem Haus holt. Das Getreide sei in diesem Jahr zwar gewachsen, berichtet Alfia, die Ähren seien jedoch ohne Körner und damit unbrauchbar.

Das Getreide ist nach der langen Dürre unbrauchbar

Das Getreide ist nach der langen Dürre in diesem Jahr unbrauchbar. Stiftungsvorstand Peter Renner und Addisu Assefa. Nothilfekoordinator in Agarfa schauen sich gemeinsam mit Alfia die Gerste an.

 

Es wird noch dauern bis die Menschen in Sheneka und den anderen Dörfern Agarfas wieder ein würdiges Leben führen und von dem leben können, was sie auf ihren Feldern anbauen. Die Nothilfe durch Menschen für Menschen hat Bäuerinnen wie Alfia und ihre Familie davor bewahrt, ihr Dorf verlassen zu müssen,  doch der schwierige Teil der Arbeit steht den Menschen in dieser Region noch bevor: Die Bauern brauchen Saatgut und Vieh und die von der Dürre ausgelaugten Böden müssen wieder regeneriert werden.

Was bleibt, ist vorerst nur die Hoffnung, dass die Dürre ein Ende gefunden hat. Klar ist aber auch, dass Bäuerinnen wie Alfia weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein werden. „Danke, dass ihr uns gerettet habt. Ich weiß nicht ob wir die zwei Jahre Dürre ohne eure Hilfe überstanden hätten“, bedankt sich Alfia zum Abschied. In diesem Moment strahlt sie und ihre Freude und Erleichterung über den Regen sowie die Hoffnung, bald die Dürre überstanden zu haben, ist nicht zu übersehen.

Menschen für Menschen unterstützt die bedürftigen Familien in Agarfa durch die Verteilung von Nothilfepaketen. Diese Maßnahmen leistet die Stiftung bereits seit November 2015 zusätzlich zur Arbeit in den aktuell zwölf Projektgebieten. Ziel von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe ist es jedoch, ganze Regionen durch Maßnahmen zur Ernährungssicherung  langfristig unabhängig von fremder Hilfe zu machen. So werden Bauern in die Lage versetzt, Vorräte anzulegen, um bei Ernteausfällen abgesichert zu sein. Die Stiftung verteilt zu diesem Zweck Getreide- und Gemüsesaatgut sowie Obstbaumsetzlinge, führt produktivere Hühner ein und fördert in die Bauern in landwirtschaftlichen Kursen für den Anbau und Bewässerungsmethoden.

Hungersnot in Agarfa

 

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