Projektgebiet Midda

Lage

Die Region Midda im zentralen Hochland Äthiopiens zählt zu den ärmsten Gebieten des Landes. Die Einwohner leben zu 90 Prozent von der Land- und Viehwirtschaft. Doch die Ernten fallen aufgrund klimatischer Bedingungen immer wieder aus. Dieser Teil des zentraläthiopischen Hochlandes besteht aus Hochplateaus mit recht fruchtbaren Böden, die durch die tiefen Einschnitte der Flusstäler voneinander getrennt sind. Das Midda-Plateau, 2.600 – 2.700 Meter hoch, ist von den Tälern der Flüsse Wonchit und Jarra begrenzt, die in den Blauen Nil münden. Der Höhenunterschied zwischen Plateau und Flusstälern (1.500 Meter) beträgt über 1.000 Meter.

Projektlaufzeit: 2000-2013
Fläche
: 900 km2
Bevölkerung: ca. 100.000
Hauptort der Region: Meragna
Lage: 225 km nördlich der Hauptstadt Addis Abeba

Situation vor Projektbeginn

Die Bevölkerung in Midda betreibt Landwirtschaft für den Eigenbedarf: Anbau von Getreide, Hülsenfrüchten und Ölsaaten und inzwischen auch Gemüse sowie Rinder-und Schafzucht. Der Mangel an sozialer Infrastruktur wie sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Bildungseinrichtungen gehörte zu den Hauptgründen, die eine Weiterentwicklung der Region verhindert haben. Unter den existierenden geophysischen Bedingungen des Hochlands ist die Bewirtschaftung der kleinen Felder an meist schwer zugänglichen Steilhängen sehr mühsam und oft mit langen Fußwegen verbunden. Auch Landknappheit – eine Familie lebt von durchschnittlich 1,5 ha Ackerland – bei starkem Bevölkerungswachstum und Bodenerosion aufgrund von Abholzung gefährdeten diese Subsistenzwirtschaft. Von 2000 bis 2010 hat Menschen für Menschen mit einem Ansatz der integrierten ländlichen Entwicklung gearbeitet, der die Bevölkerung von vornherein als Verantwortliche mit einbezieht und die Armut in all ihren Erscheinungsformen mit multisektoralen Interventionen bekämpft.

Projektziele

Zentrales Thema war die Konservierung und der Wiederaufbau der natürlichen Ressourcen. Denn der Großteil der Bevölkerung war vom Ertrag ihrer Felder abhängig. Weitere Schwerpunkte der Arbeit waren der Bau von Bildungseinrichtungen und Krankenstationen sowie der Ausbau und die Sicherung von Wegen und Straßen. Auch die Förderung von Frauen war bedeutsam für die Entwicklung der Region. Ein großer Erfolg: Auf der ersten öffentlichen Versammlung gegen weibliche Beschneidung und Frühheirat im Mai 2002 in Maranja, der Bezirkshauptstadt von Midda, haben 7.500 Menschen, darunter Entscheidungsträger aus Politik und Religion, eine Resolution verabschiedet: Mädchen unter 18 Jahren dürfen nicht mehr verheiratet werden.

Erfolge

Ein Auszug:

  • 29 Schulneubauten
  • 15.707 Teilnehmer an Alphabetisierungskampagne
  • 11.172 Augenoperationen
  • 72.823 Freiwillige haben sich auf HIV testen und beraten lassen
  • 178 Wasserstellen (Pumpbrunnen und Quellfassungen)
  • Verteilung von 23 Millionen Baumsetzlingen
  • Verteilung von 699 modernen Bienenkörben
  • Vergabe von 3.594 Kleinkrediten an Frauen
  • 18.398 holzsparende Lehmöfen in Haushalten

Impressionen