Blick über Derra

Rückzug aus Derra

Wir beenden unsere Arbeit

Im Jahr 1997 begann Menschen für Menschen mit den Familien in Derra zu arbeiten. Die Lebensumstände waren für europäische Verhältnisse unvorstellbar. So hatten damals nur zwei Prozent der Bewohner Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nach Abschluss der Projektarbeiten sind es heute 90 Prozent. Nur 13 Prozent der Kinder konnten eine Schule besuchen. Heute haben 87 Prozent eine Chance auf Bildung.

Dies sind beeindruckende Zahlen – es sind jedoch die Menschen, die hinter den Zahlen stehen, die wirklich wichtig sind. Jeder einzelne von ihnen. Denn wird eine ganze Region entwickelt, profitiert jeder einzelne Mensch.

Teyiba und die neue Schule

Bis vor Kurzem ging die zwölfjährige Teyiba in eine dunkle und baufällige Schule. Der Boden war schmutzig, die Tafel war kaputt und es gab nicht genügend Bänke für alle Kinder. Das Lernen fiel schwer und viele Eltern schickten ihre Kinder gar nicht erst in die Schule. Auch der 14-jährige Usuman blieb zuhause: „Meine Eltern wussten nicht, dass es wichtig ist zur Schule zu gehen. Deshalb schickten sie mich nicht hin.“, erzählt er.

Alte Schule in Derra

Menschen für Menschen baute in Derra eine neue Schule mit sauberen, hellen Räumen, die zum Lernen einladen. Mitarbeiter von Menschen für Menschen erklärten den Eltern wie wichtig Bildung ist, um ihren Kindern Berufsperspektiven zu schaffen. Wie viele andere Kinder geht jetzt auch Usuman zur Schule. Zusätzlich haben nun die Eltern die Möglichkeit in der Schule Unterricht zu nehmen.

Kinder vor der einer neuen Schule in Derra

Strahlend sitzen Teyiba und Usuman vor dem soliden hellen Gebäude, das noch vielen Kindern wie ihnen die Chance auf eine selbständige Zukunft ermöglichen wird.

Merema und die Gesundheitsstation

Vor der neuen Gesundheitsstation in Gille Wedessa hat sich eine Menschengruppe gebildet. Mütter warten mit ihren Babies, um sie mit Vitamin A zu versorgen und impfen zu lassen. Durch die neue Gesundheitsversorgung können Kinder vor zahlreichen Krankheiten geschützt werden.

Auch Merema Hussein Kemal ist heute mit ihrer zweimonatigen Tochter Jindu gekommen. Sie hat zwei Kinder und ist sehr froh über die medizinische Vorsorge, die sie nun bekommen kann. In Äthiopien stirbt jedes neunte Kind vor seinem fünften Geburtstag . Eine Gesundheitsstation in der Nähe rettet Leben. Merema ist sehr erleichtert über diesen Rückhalt in ihrem Leben. Der Schmerz der Spritze ist schnell vergessen und Mutter und Tochter können sich beruhigt auf den Heimweg machen.

Schutzimpfung für Kleinkinder
Neue Gesundheitsstation in Derra

Gomezu und die neue Wasserstelle

Zweieinhalb Stunden – sechs Kilometer hin und wieder zurück – musste Gomezu Meneke jeden Tag gehen, um für sich und ihre Familie Wasser zu holen. Auf dem Rückweg hatte sie dabei den 20 Liter Wasserkanister auf dem Rücken. Seitdem es eine Wasserstelle in der Nähe ihres Dorfes gibt, braucht Gomezu nur wenige Minuten, um frisches Wasser zu holen. Sie geht nun zweimal täglich, sodass sich die ganze Familie nun täglich waschen kann. Das Waschen ist sehr wichtig für die Hygiene und damit für die Gesundheit der Kinder. Früher war das Wasser dafür einfach zu kostbar. Es ist eine große Hilfe, dass es nun die Wasserstelle so nah beim Dorf gibt.

Neue Quellfassung in Derra
Freude über frisches Wasser

Tasew und die Landwirtschaft

Tasew und seine Frau Ayelu haben in den letzten Jahren Großartiges geschafft. Sie haben einen Gemüsegarten mit vielen früher unbekannten Gemüsesorten angelegt, Apfelbäume angepflanzt, eine Latrine gebaut, einen neuen holzsparenden Ofen eingeführt und eine eigene Hühnerzucht angeschafft. Das Wissen hat Tasew in Landwirtschaftskursen von Menschen für Menschen erhalten, doch umgesetzt haben er und Ayelu die Neuerungen selbst. Jetzt hat die Familie immer genug zu Essen und kann sogar noch einiges auf dem Markt verkaufen.

Seine beiden jüngeren Kinder helfen ihm natürlich – aber erst nach der Schule. Denn Tasew ist die Bildung der Kinder sehr wichtig. Der älteste Sohn ist sogar nach Jima gezogen, um dort zu studieren. Er möchte Mathematiklehrer werden. Da sein Vater dank all der Verbesserungen nun so gut allein zurecht kommt, ist das auch möglich.

Neuer Apfelbaum

Zewde und der Kleinkredit

Zewde Tessema mit ihrem Ehemann

Genug zu Essen hat nun auch die Familie von Zewde Tessema. Die 36-Jährige bekam 2005 den ersten von bisher drei Kleinkrediten sowie eine Schulung in Existenzgründung. Sie handelt sehr erfolgreich mit Getreide und hat bereits eine kleine Herde aus Rindern, Schafen und Ziegen sowie einen Esel erwirtschaftet. Als nächstes Projekt will sie ein kleines Gästehaus mit vier Zimmern in der nächstgelegenen Stadt, Gundo Meskel, eröffnen.

Früher wusste sie oft nicht wie sie ihre sechs Kinder ernähren sollte. Heute geht es ihr und ihrer Familie gut. Ihre Kinder gehen nun sogar alle zur Schule. „Mir geht es nun viel besser.“, meint Zewde und strahlt über das ganze Gesicht.

Das Erfolgsrezept

Baut man einen Brunnen, hat ein ganzes Dorf Wasser. Zeigt man einem Bauern wie er seine Felder besser bepflanzt, wird sein Nachbar es ihm gleichtun. Ein Kleinkredit trägt reiche Früchte nicht nur für die Frau, die ihn bekommt, sondern für ihre ganze Familie und alle mit denen sie Geschäfte macht. Durch eine neue Schule erhalten im Laufe der Jahre viele tausende Kinder das Rüstzeug für eine selbständige Zukunft und können sich durch einen Beruf versorgen. All das ist Teil der nachhaltigen Entwicklungsarbeit von Menschen für Menschen.

Doch integrierte Entwicklung bedeutet noch mehr. Jede dieser Maßnahmen bringt bereits eine erhebliche Verbesserung der Lebensumstände, doch nur gemeinsam können sie ihre ganze Wirkkraft entfalten. Denn nur wenn es einen Brunnen in der Nähe gibt haben die Frauen, die das Wasser holen, genug Zeit mit einem Kleinkredit ein Geschäft zu gründen. Nur wenn die Landwirtschaft genug abwirft, müssen die Kinder nicht auf dem Feld helfen und können in die Schule gehen. Und nur durch Bildung und neues Wissen, lernen die Menschen langfristig ohne fremde Hilfe auszukommen und sich selbst aus dem Kreislauf der Armut zu befreien.

Integrierte nachhaltige Entwicklung

Wir ziehen uns zurück

Im Projektgebiet Derra ist nach 13 Jahren intensiver Arbeit Großartiges gelungen! Die Menschen kommen nun ohne unsere Unterstützung zurecht und können sich nachhaltig entwickeln. Die frei gewordenen Ressourcen kann Menschen für Menschen nun nutzen, um in anderen Regionen Hilfe zur Selbstentwicklung zu leisten.

Ihre Spende ermöglicht nachhaltige Erfolge. Erfolge, die bleiben und von selbst weiterwachsen. Danke für Ihre Unterstützung!

So einfach ist es zu helfen

Einkommen

Mit 45 Euro

ermöglichen Sie Training in Hygiene und Latrinendeckel für drei Familien.

Schutzimpfung für Kinder

Mit 105 Euro

können 30 Kinder gegen zehn Krankheiten geimpft werden.

Bildung

Mit 190 Euro

ermöglichen Sie einen Kleinkredit inklusive -Training für eine Frau.