"Neue Blume" Addis Abeba

Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba

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von | Jun 18, 2019 | Reise

„Neue Blume“, so der Name der Hauptstadt Addis Abeba in der Landessprache amharisch. Die Stadt liegt zwar am Fuße des Berges Entoto, ist aber mit 2.200 bis 3.000 Höhenmetern die höchste Hauptstadt Afrikas und die dritthöchstgelegene der Welt – nach Quito (Ecuador) und Sucre (Bolivien).

Aufgrund der Höhenlage ist das Klima in Äthiopiens Hauptstadt subtropisch und bietet Einwohnern und Besuchern lange, warme und humide Sommer. Die Winter dagegen sind mild und trocken. Regenfälle erreichen ihren Höhepunkt in den Monaten Juni bis September.
Die rund 530 Quadratkilometer Fläche auf denen sich Addis Abeba ausdehnt, teilen sich knapp dreieinhalb Millionen Einwohner. Verwaltungstechnisch gibt es zehn Stadtteile mit eigenen Verwaltungsstrukturen und  insgesamt 99 Kebeles, den kleinsten Verwaltungseinheiten der Stadt.

Die Stadt ist nicht nur geographisch so ziemlich der Mittelpunkt Äthiopiens, sondern zudem ein wirtschaftliches, politisches und soziales Zentrum.

Kultur wird in den diversen Kunst- und Musikschulen unterrichtet, aber vor allem im historischen Piassa-Viertel auch gelebt. Dort befindet sich das 1935 gegründete Hagar-Fikir-Theater. Es ist das älteste indigene Theater Afrikas und Karrieresprungbrett für viele äthiopische Künstler. Zudem gibt es zahlreiche Museen in Addis Abeba, zum Beispiel das Ethnologische Museum – ehemalige Residenz von Kaiser Haile Selassie – oder die Africa Hall, die lange Jahre der Sitz der Organisation für Afrikanische Einheit war und für gigantische Glasmalereien des Künstlers Afewerk Tekele bekannt ist.

Um einen ersten Eindruck der äthiopischen Gesellschaft und deren Geschäftigkeit zu bekommen, lohnt sich ein Besuch auf dem Mercato. Auf dem größten Freiluft-Markt Afrikas tummelt sich ein Querschnitt der Bevölkerung: Vom Bettler bis zum Geschäftsmann bzw. der Geschäftsfrau. Aber auch Vertreter der zahlreichen äthiopischen Stämme produzieren, feilschen oder verkaufen hier alles Erdenkliche.

Ein Verkaufsstand für Harze auf dem Mercato in Addis Abeba
Kerzenverkäuferin am Straßenrand der vielbefahrenen Straßen in Addis

Auf dem Mercato, dem größten Freiluftmarkt Afrikas, wimmelt es nur so von Verkäufsstanden für Gegenstände jedweder Art. Aber auch direkt an den Straßen bieten Händler ihre Ware an.

Mit außerordentlich hohen Wachstumsraten seit den 60er Jahren erarbeiteten sich die Äthiopier den Titel „Wachstumstiger Afrikas“. Es gibt moderne, mehrstöckige Gebäude, breite Boulevards, teure Fünf-Sterne-Hotels  und eine Vielzahl an Firmen und Geschäften, die durch internationale Investoren stets an Größe gewinnen. Ebenfalls nennenswert ist die staatliche Fluggesellschaft Ethiopian Airlines. Sie ist die profitabelste und größte Fluggesellschaft Afrikas. Sicherlich haben auch der Sitz der UN Wirtschaftskommission für Afrika, der sich seit 1958 in Addis Abeba befindet, und das in Äthiopiens Hauptstadt seit 1963 niedergelassene Hauptquartier der Afrikanischen Union positive Auswirkungen auf das hohe Wirtschaftswachstum.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Nicht alle Einwohner können mit dem Tempo Schritt halten. Im Stadtbild sind Reichtum und Fortschritt in direkter Nachbarschaft zur Armut und dem Stillstand angesiedelt. In manchen Gebieten der schillernden, aufblühenden Stadt ähneln beispielsweise die Trinkwasserversorgung sowie die Anbindung an die Elektrizität den ländlichen Gebieten, in denen Menschen für Menschen aktiv ist. Selbst in der Millionenstadt müssen viele Tausende Menschen ihr Wasser an öffentlichen Verteilerstellen zapfen oder schöpfen es aus verdreckten Flüssen. Entsprechend dürftig ist auch die Kanalisation ausgebaut. All diese Faktoren tragen maßgeblich zu einer Vielzahl von Krankheiten in Äthiopiens Hauptstadt bei.

Addis Abeba, dort, wo noch keine verglasten Hochhäuser entstanden sind
Überall wachsen neue Gebäude in den Himmel

Wo Armut und Wachstum so nah beieinanderliegen: in manchen Bezirken der Hauptstadt ist der Fortschritt noch nicht angekommen, während in der Nachbarschaft ein neues Gebäude nach dem anderen gebaut wird.

Vor allem in den Randbezirken von Addis Abeba sammelt sich die Landbevölkerung, die einen Neuanfang in der großen Stadt wagen möchte. Der Zulauf ist allerdings weitaus größer als der Arbeitsmarkt. Folglich kommt es zur Bildung von illegalen Siedlungen und Slums mit entsprechend schlechten Lebensbedingungen.

Genau da setzt Menschen für Menschen an. Durch integrierte ländliche Entwicklungsprojekte bieten wir der Landbevölkerung neue Perspektiven in ihrer Heimat. In dem aufstrebenden, vielversprechenden Land gibt es also noch viel zu tun! Helfen Sie mit, denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen.

Mit dem Green Innovation Center in unserem Projektgebiet Dano geben wir mehreren Hundert Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Chance, sich in ihrem Heimatland – ja sogar in ihrer Heimatregion – eine Zukunft aufzubauen. Lesen Sie unsere Geschichte “Grün ist die Hoffnung“!

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