Recycling-Zentrum Mercato

belebte Straße des Mercatos

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von | Mai 6, 2019 | Äthiopien Wiki

Der Mercato, Haupteinkaufsort für die Bewohner von Äthiopiens Hauptstadt, und heute größter Freiluft-Markt Afrikas, ist gleichzeitig das inoffizielle Recycling-Zentrum von Addis Abeba.

So wie früher die Lumpensammler in Europa ziehen in Addis Abeba täglich rund 5.000 Wertstoff-Sammler durch die Stadt. Sie kaufen für ein paar Cent Altmaterial von den Haushalten und bringen es dann zu den Mercato-Händlern und Werkstätten. Denn nichts ist ohne Wert. Was des einen Abfall, ist des anderen Rohstoff: Hier klopfen Arbeiter krumme Nägel gerade, dort werden aus alten Konservendosen und Fliegengittern neue Küchensiebe fabriziert. Aus Lkw-Reifen werden Sandalen geschnitten, und leere Speiseöl-Kanister werden wiederverkauft als Transportmittel für Trinkwasser.

Hassan, der Paketschnur-Taschenbinder
vollbepacktes Auto auf dem Mercato

Selbst aus den Packbändern für Pappkartons entsteht Neues. Etwa eine Stunde würden seine geschickten Hände benötigen, um aus den Plastikbändern eine Einkaufstasche zu flechten, erzählt Hassan, Mitte 50, der an einer Straßenecke arbeitet. „Ihr dürft mir gerne zuschauen, solange ihr es nicht macht wie die Chinesen: Die kopieren alles und verkaufen es dann billiger“, sagt Hassan und lacht. Der Taschenmacher ist einer von Tausenden, die hier quasi aus dem Nichts ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Nichts ist ohne Wert. Des einen Abfall ist des anderen Rohstoff.

Es gibt so viel Geschick und Fleiß, so viel Potential in diesem Land. Selbst die „Financial Times“ staunte: Wer über den Markt schlendere, könne nicht anders, als die Menschen zu bewundern, nämlich für ihr „Genie zu improvisieren“, und für ihren „Willen zu leben“, aller Armut und Mühsal zum Trotz.

Genau da setzt Menschen für Menschen an. Motivation und Ideen sind zur Genüge vorhanden, „nur“ bei der Umsetzung greift die Stiftung ein und leistet mit einer Bandbreite an Maßnahmen in Äthiopien “Hilfe zur Selbstentwicklung”. Ist Ihr Interesse geweckt? Dann schauen Sie weiter auf www.menschenfuermenschen.de.

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