Loyal gegenüber Äthiopien

Mare Melke Fanta wuchs in Addis Abeba bei ihren Adoptiveltern auf

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von | Jan 8, 2019 | Zukunft zu Hause

Mare Melke Fanta trägt ihr Herz auf der Zunge. Eine Studentin, die weiß, was sie will. Doch nicht immer kam sie mit ihrer Art im Leben zurecht.

„Was ich hier am College verbessert habe, ist vor allem meine Kommunikation mit Mitschülern, mit Lehrern, mit Angestellten“, erzählt Mare Melke Fanta. „Heute kann ich zuhören, unterhalte mich viel, bin kommunikativ und gesellig und habe sehr gute Freunde, mit denen ich meine Freude und Sorgen teile“, sagt die 20-Jährige. Als ich hierher kam, war das nicht immer der Fall. Mare stammt aus Addis Abeba, studiert Elektrik und Elektrotechnik und ihre sehr persönlichen Einblicke beschreiben gut den integrativen Charakter, den das Leben auf dem Campus des Agro Technical and Technology College (ATTC) hat. Soft Skills wollen die Lehrer und das Personal von der Köchin bis zur Bibliotheksangestellten vermitteln, die Schüler respektvollen und verantwortungsvollen Umgang lehren.

Mare hat ihren eigenen Kopf, scheut sich auch nicht, ihre Meinung offen zu äußern: „Ich entscheide, was ich tue. Zu Hause war ich immer diejenige, die unseren Eltern gegenüber offen geredet und gesagt hat, was sie denkt. So wurde ich erzogen und so bin ich heute noch.” Aufgewachsen sei sie nicht bei ihren leiblichen Eltern, erzählt die Studentin. Sie hat noch zwei Brüder und zwei Schwestern, mit denen sie regelmäßig über ihre Erfahrungen am College diskutiert. „Auch meine Geschwister haben mir dabei geholfen, mich hier am College zurechtzufinden und mich in die Gemeinschaft zu integrieren.“

Mare diskutiert mit Diknesh und Yordanos über den Unterrichtsstoff
Zu sechst teilen sich die Studentinnen meist ein Zimmer.

Mit ihren Kommilitoninnen Dinknesh Engidasew und Yordanos Gezahegn bespricht Mare häufig den Unterrichtsstoff. In ihren Zimmern setzen die Mädchen die Arbeit meist gemeinsam fort und unterstützen sich gegenseitig.

„Mein Bruder hat mich auf den Studiengang Elektrik und Elektrotechnik aufmerksam gemacht. Er weiß mich und meine Interessen sehr gut einzuschätzen und meinte, dieses Studium könnte mir gefallen. Er hatte recht! Vor allem mag ich die praktischen Stunden nach den theoretischen, in denen wir alles Gelernte nochmal am ‚lebenden Objekt‘ üben können.“

Auch für ihr Leben nach dem Studium hat die selbstbewusste Studentin schon eine konkrete Idee: „Entweder ich arbeite in der Kommunikationssparte, etwa bei der Ethio Telecom, oder aber im Bereich der Stromerzeugung bei der Ethiopian Electrical Power Authority.“

„Man sollte loyal sein, seinem Land gegenüber und deshalb ist es mir wichtig, später Arbeit in meiner Heimat zu finden.”

Ihr Heimatland liebt Mare über alles. „Ich möchte meine Liebe zeigen, indem ich unabhängig bin. Genauso, wie die Menschen um mich herum“, sagt Mare fast ein wenig philosophisch.

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