Die Danakil-Senke

Haile Selassi mit Blick in die Ferne

Kamelkaravane in der Salzwüste Foto: Ji-Elle, via Wikimedia Commons

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von | Okt 17, 2018 | Reise

Ihnen ist der europäische Sommer noch nicht warm genug? Dann ist ein Besuch in der Danakil-Senke genau richtig! Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 35,6° Celsius ist sie nämlich der heißeste Ort der Welt – vereinzelt wurden schon Temperaturen von bis zu  60° Celsius gemessen. Seit 30 Millionen Jahren driften hier die Erdplatten auseinander. Aufgrund dieser tektonischen Bewegungen wird die Erdkruste immer dünner und sinkt ein, weite Teile des Gebiets liegen schon jetzt 125 Meter unter dem Meeresspiegel.

Diese Umstände haben dem 10.000 Quadratkilometer großen Areal den Beinamen „unwirtlichster Ort auf unserem Erdball“ eingebracht, obwohl es eigentlich eine richtige Schatzkiste ist. Doch wie geht das zusammen? In der Senke gibt es ein großes Vorkommen an Salz – dem „weißen Gold“. Es stellt die Lebensgrundlage für viele Stammesmitglieder des nomadischen Volks der Afar dar. Früh am Morgen ziehen sie mit ihren Kamelen und Werkzeugen los, um dort Salzplatten aus dem Boden zu kratzen und anschließend auf Märkten zu verkaufen. Ein Bild, das angesichts der zahlreichen Touristen, die mit dem Jeep durch die Salzwüste touren, sehr paradox anmutet.

Haile Selassie und John. F. Kennedy vorm Weißen Haus

Farbspektakel in der Pfanne von Dallol Foto: Rolf Cosar via Wikimedia Commons

Festlicher Händedruck zwischen Kaiser Haile Selassie und einem General aus Mali

Glühende Lavafunken des Vulkans Ertale Foto: lany via Wikimedia Commons

Ein weiteres Naturspektakel der Danakil-Senke ist der 80 Kilometer entfernte Vulkan Ertale. Dieser sog. Schildvulkan ist einer von weltweit sechs Vulkanen, in deren Krater sich ein Lavasee befindet. Mit stolzen 613 Metern ragt er aus der Senke hervor. Touren dort hinauf werden bevorzugt in der „kühlen“ Nacht und nur mit fachkundiger Führung gemacht. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg blickt man von oben auf einen glühenden See, aus dem von Zeit zu Zeit Lavafunken in die Höhe schießen. Wortwörtlich ein atemberaubender Anblick! Auch ein Blick gen Himmel lohnt sich, denn  hier präsentiert sich der Sternenhimmel in seiner vollen Pracht.

Viele dieser Abenteuertouristen machen sich auf den Weg zur sog. Pfanne von Dallol. Diese skurrile Erscheinung ist ein Überbleibsel einer Explosion des gleichnamigen Vulkans aus dem Jahre 1926 und ragt etwa 30 Meter aus einer Salzwüste heraus. Der etwa vier Quadratkilometer große Krater hat sich seither ruhig verhalten. Seine seismische Aktivität erkennt man jedoch an den vielen heißen Wasserquellen, die die farbenfrohen, blubbernden Schwefelseen füllen. Farbenfroh? Schwefelseen? Ja, Sie haben richtig gelesen. Um die Erdoberschicht zu erreichen, muss das heiße Wasser erst verschieden dicke Gesteinsschichten durchdringen. Bei dieser „Reise“ werden u.a. Schwefel, Eisen und Salz gelöst und nach oben befördert. Durch diese „Reisebegleiter“ entstehen an der Oberfläche Ablagerungen in Gelb-, Rot-, und Weißtönen. Das Geothermalgebiet präsentiert damit ein surreales Farbspektakel, das einem Animationsfilm entsprungen sein könnte.

Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 35,6° Celsius ist die Danakil-Senke der heißeste Ort der Welt – vereinzelt wurden sogar Temperaturen von bis zu  60° Celsius gemessen.

Klingt alles in allem doch recht einladend, dieser „unwirtlichste Ort der Welt“. Oder? Falls Sie mit dem Gedanken spielen, der Danakil-Depression einen Besuch abzustatten, beachten Sie bitte jedoch auch die Sicherheitshinweise des Deutschen Auswärtigen Amtes.

Zur Recherche dieses Artikels haben wir folgende Quellen herangezogen.

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