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Saat der Hoffnung
 
Reisbauer Nuur Achmed
Der 37-jährige Bauer Nuur ist einer von 6000 Siedlern, der mit seiner Familie nach Kollo Siri umsiedelte, um dem Hunger und der Armut zu entfliehen. In der neuen Heimat kamen sie jedoch in furchtbare neue Not. Erst eine Idee von Menschen für Menschen brachte Rettung.
Dr. Martin Grunder
 
"Zuerst war ich von Karl's Mut beeindruckt, nach Projektbesuchen auch von der Effizienz seiner Arbeit."
Schon in den 80er Jahren begegnete der Bautechniker und Geograph Martin Grunder zum ersten Mal Karlheinz und Almaz Böhm. Seit vielen Jahren arbeitet er nun als Projektkoordinator bei Menschen für Menschen.

2/5/2009

Verstehen bringt Veränderung - verstehen auch Sie!
Unsere unermüdliche Arbeit gegen die grausame Tradition der weiblichen Beschneidung ist keine leichte Aufgabe, denn sie ist in der Kultur der Menschen tief verwurzelt. Wir dürfen nicht verurteilen, verbieten oder bestrafen: Die Beschneidung kann nur über Einsicht und Umdenken beseitigt werden. Denn ihre Gründe liegen in falschem Traditions- bewusstsein, Missverstehen religiöser Schriften und männlichen Besitzansprüchen, die die Unterdrückung der Frau einschließt. Daher lehnten vor allem die Männer einen Bruch mit der Tradition ab.

Als Menschen für Menschen die Aufklärungskampagne begann und den Männern Videos zeigte, weinten viele hemmungslos und einige fielen in Ohnmacht, denn es wurde ihnen klar, welche Qualen die Mädchen erleiden müssen und warum viele daran sterben. Es ist uns gelungen, viele vor der Beschneidung zu bewahren. Doch es muss weitergehen: Äthiopien ist ein riesiges Land und noch immer wird in weiten Regionen zahllosen Mädchen unsägliches Leid zugefügt. Lassen Sie uns diesem grausamen Geschehen ein Ende setzen - als Menschen für Menschen.

Ihre
Almaz & Karlheinz Böhm

Halima und die Würde der Frauen
Als Halima acht Jahre alt wird, ist es endlich soweit: Sie wird in die Gemeinschaft der Frauen aufgenommen. Halima freut sich sehr. Doch als ihre Augen mit einem Tuch verbunden werden, als sie von vielen Händen auf den Boden gedrückt wird, steigt ein beklemmendes Gefühl in Halima auf. Als man ihr dann auch noch ein Stück Holz zwische die Zähne steckt und ihr sagt, sie solle fest drauf beißen, überfällt sie entsetzliche Angst. Dann geht alles sehr schnell. Halimas Knie werden auseinander gerissen und die Beschneiderin schneidet ihr mit einer scharfen Klinge die Klitoris, die äußeren und inneren Schamlippen ab. Halima leidet Höllenqualen, bis sie schließlich das Bewusstsein verliert. Doch Halima hatte Glück, zumindest ihre physischen Wunden heilten.

Anders war es bei Safia.

Die Safia-Kampagne
Karlheinz Böhm sah das neunjährige Mädchen Safia qualvoll an den Folgen der Beschneidung sterben. Zutiefst erschüttert rief er gemeinsam mit religiösen Würdenträgern die beispiellose Safia-Aufklärungskampagne ins Leben. Viele Mädchen wurden bereits vor der schrecklichen Qual bewahrt, aber Äthiopien ist ein riesiges Land und es müssen noch viele weitere Workshops in Gemeinden und Schulen stattfinden.

Infoveranstaltungen, Schüler-Theateraufführungen, Werbetafeln und weitere Projekte tragen ebenfalls zu einer umfangreichen Aufklärung bei.

Die Praxis der Mädchenbeschneidung
Bei der Mädchenbeschneidung, auch weibliche Genitalverstümmelung genannt, werden die weiblichen Geschlechtsteile teilweise oder vollständig entfernt. Den Mädchen, die meist fünf bis sieben Jahre alt sind, werden mit einem scharfen Gegenstand die Klitoris, die kleinen Schamlippen und Teile der großen Schamlippen entfernt - ohne jegliche Betäubung und unter katastrophalen hygienischen Bedingungen. Am Schluss der unvorstellbaren Prozedur werden die verbliebenen Hautreste bis auf eine reiskorngroße Öffnung zusammen genäht.

Die gesundheitlichen Folgen sind schwerwiegend: Viele Mädchen überleben den qualvollen Eingriff nicht. Das Risiko von Infektionen ist wegen den unhygienischen Verhältnissen groß und später, wenn sie Kinder bekommen, ist die Müttersterblichkeit aufgrund der wesentlich schwierigeren Geburtsvorgänge hoch. Nicht zu vergessen, dass die seelischen Folgen, die das Beschneidungsritual bei den Betroffenen hinterlässt, sie ein Leben lang begleiten.

Jährlich werden bis zu drei Millionen Mädchen durch dieses brutale Ritual verstümmelt. In Äthiopien sind gemäß der Weltgesundheitsorganisation WHO 75% der Mädchen beschnitten.

Helfen Sie mit Ihrer Spende, Aufklärung zu betreiben, damit ein Umdenken der Gesellschaft im ganzen Land stattfinden kann!

Erfahren Sie mehr über schädliche Traditionen in Äthiopien und die Projekte der Stiftung:

Appell von Almaz Böhm: "Das  Leben nicht beschneiden!"

Pressemitteilung "Internationaler Tag 'Null Toleranz gegen Genitalverstümmerlung' am 6. Februar 2009" PDF downloaden