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Seit den Anfängen von Menschen für Menschen 1981 hat die Stiftung die Arbeit immer wieder auf neue Projektgebiete ausgeweitet. Wie sie dabei vorgeht, können Sie am Beispiel Asagirt verfolgen. 2007 startete Menschen für Menschen dort ein integriertes ländliches Projekt.
Die Mittel für ein neues Projekt sind vorhanden. Die Projektleiter gehen Anfragen aus der Bevölkerung nach. Demere Anno, Leiter des integrieren ländlichen Projekts Merhabete (MIRDP), besucht sechs Distrikte im zentraläthiopischen Hochland. Der erfahrene Projektleiter reist in inoffizieller Mission.Karlheinz Böhm und die Leitung des Projektbüros in Addis Abeba haben ihn beauftragt, sich in den Gebieten umzuschauen. Die Menschen leben hier in bitterer Armut, und schon öfter haben sich Dorfälteste deshalb an Mitarbeiter von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe gewandt. Jetzt könnte Menschen für Menschen ihnen helfen. Es zeichnet sich nämlich ab, dass das MIRDP bald in die Verantwortung der Bevölkerung von Merhabete übergeben werden kann, und so werden Mittel für ein neues Projekt frei. Demere Anno spricht mit den Menschen in den Dörfern, prüft anhand von Indikatoren die Bedürftigkeit und die Eignung der Regionen. Am Ende stehen vier Namen auf seiner Liste. Asagirt gehört dazu.
Der Projektkoordinator besucht mögliche Projektgebiete und legt seinen Bericht vor.  Im Büro von Menschen für Menschen in Addis Abeba bereiten sich der Landesvertreter der Organisation, Berhanu Negussie, und Projektkoordinator Martin Grunder auf eine beschwerliche Reise vor. Während der nächsten Wochen werden sie die vier Distrikte besuchen, die Demere Anno vorgeschlagen hat. Seine Rangliste kennen sie nicht, sie werden sich ihr eigenes Bild machen.
Berhanu Negussie und Martin Grunder werten die Ergebnisse ihrer Reise aus. Sie haben gesehen, wo drängende Schwierigkeiten liegen, haben mit den Menschen gesprochen - vom Dorfältesten bis zum jungen Mädchen - und immer wieder ihre Fragen gestellt: Was sind eure größten Probleme? Was habt ihr bisher getan, um sie zu lösen? Warum konntet ihr sie selbst nicht lösen? Was könnte Menschen für Menschen für euch tun? Und nicht zuletzt: Was würdet ihr selbst beitragen, wenn Menschen für Menschen bei euch aktiv würde? Jetzt gilt es zu entscheiden, wo die Hilfsorganisation sinnvoll eingreifen kann. Berhanu Negussie und Martin Grunder sind sich bald einig: Infrage kommen Asagirt und Sala Dingay. Nun ist es an Almaz und Karlheinz Böhm, die Entscheidung zu treffen.
Almaz und Karlheinz Böhm informieren sich vor Ort. Karlheinz Böhm besucht mit einem Team von Mitarbeitern Asagirt und Sala Dingay, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Im Rahmen dieses offiziellen Besuchs wird er von Gemeindevertretern, Dorfältesten und Regierungsvertretern empfangen. Am Ende der Tour steht fest: Die neue Projektregion heisst Asagirt. Ihre wichtigsten Probleme: Entwaldung und Bodenerosion gefährden die Vegetation, eine soziale Infrastruktur gibt es nicht, die Wasserversorgung ist miserabel, die Arbeit der Bauern unvorstellbar mühevoll, in den Tälern lauert die Malaria. Die grösste Hoffnung: Die Menschen von Asagirt sind fest entschlossen, die Entwicklung ihrer Region zusammen mit Menschen für Menschen selbst in die Hand zu nehmen.
 Die äthiopischen Behörden übernehmen den Bau einer Strasse, die das auf 3.500 Metern Höhe gelegene Distriktstädtchen Ginager mit den Siedlungen im Tal verbinden wird; Menschen für Menschen hatte dies zur Priorität für die Projektarbeit in Asagirt erklärt. Die Bauarbeiten beginnen, die lokale Bevölkerung beteiligt sich daran.
Ein Expertenteam erarbeitet gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung eine Bedarfsanalyse und erstellt einen Projektplan.
Unter der Leitung von Demere Anno reist ein zehnköpfiges Team von Fachleuten nach Asagirt. Zehn Tage lang tragen die Experten Informationen zu Bildungssituation, Wasserversorgung, Gesundheit, Agroökologie und Frauenförderung zusammen. Auch auf noch nicht oder wenig entwickelte Ressourcen und Möglichkeiten richtet sich ihr Blick. Auf dieser Basis erarbeiten sie die Bedarfsanalyse und den Programmvorschlag für das künftige "Asagirt Integrated Rural Development Project (AIRDP)".
Das Projektbüro in Addis Abeba prüft und genehmigt die Bedarfsanalyse und den Projektplan. Der Vorstand und der Stiftungsrat beschliessen die Finanzierung des Projekts.
 In Addis Abeba diskutieren Berhanu Negussie und Planungs- und Programm-Manager Yilma Taye die Bedarfsanalyse und den Programmvorschlag und überarbeiten sie. Die fertigen Dokumente schicken sie an Karlheinz Böhm zur Abstimmung des Budgets im Stiftungsrat. Am 28. April erhalten sie grünes Licht: Projekt und Finanzierung sind genehmigt.
Berhanu Negussie und Martin Grunder nehmen Gespräche mit den zuständigen Behörden in Addis Abeba auf, um einen Rahmenvertrag für das Projekt auszuhandeln.
Menschen für Menschen unterzeichnet den Rahmenvertrag mit den äthiopischen Regierungsstellen.
In der kleinen Distrikthauptstadt Ginager errichtet ein Bauteam aus einigen Containern die Projektzentrale des AIRDP. Auf einem Areal von etwa 5.000 Quadratmetern entstehen Büros, Werkstätten und Lagerräume.
Die Projektarbeit beginnt.
Demere Anno, der die Leitung des neuen Projekts übernommen hat, bezieht mit einigen Mitarbeitern die Räume. Die Arbeit für die Menschen von Asagirt kann beginnen.
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