|
|
|
|  |
Krankenpfleger Wondwossen Abaine, 29: "In Boretscha gibt es kaum Straßen. Aber mit meinem Geländemotorrad komme ich überall hin, bis in die entferntesten Winkel des Projektgebiets. In den Gesundheitsstationen wie im Dorf Togo Getema führe ich Impfkampagnen für Kinder durch. Viele Mütter wollen kein weiteres Baby mehr, weil es die Armut der Familie weiter verschärfen würde. Ihnen setze ich ein Verhütungsstäbchen in den Oberarm ein, das drei Jahre lang vor Schwangerschaft schützt. Auf meinen Erkundungsfahrten bis zu den abgelegensten Gehöften kontrolliere ich, ob die Kinder wohlauf sind, und schule die Mütter in Gesundheitsvorsorge. Viele Kinder haben Parasiten. Deshalb schaue ich mir auch Schulen an, gebe den Lehrern Hinweise, wie sie die Hygienesituation verbessern können, und verteile Medizin gegen Wurmbefall, der durch verschmutztes Trinkwasser hervorgerufen wird. Ich bin sehr glücklich mit meiner Arbeit: Ich helfe den Menschen, gesund zu werden und gesund zu bleiben."
Motorrad-Krankenpfleger Wondwossen Abaine ist nur einer von zahlreichen Helfern. Klicken Sie sich durch die Fotogalerie und lernen Sie die Gesundheits-Initiativen von Menschen für Menschen besser kennen:
 |
1 / 9
|
 |
Intensive Hilfe Die achtjährige Beletu Aialeke stürzte einen Felsabhang hinunter, als sie Feuerholz sammelte und erlitt Schnitte und Wunden am Kopf. Nach neun Tagen im Mettu-Karl-Krankenhaus freut sie sich jetzt auf die Entlassung. Das Krankenhaus, das von Menschen für Menschen erweitert und ausgerüstet wurde, ist das einzige in einem riesigen Einzugsgebiet mit über einer Million Menschen. Aufgrund des guten Rufes kommen Patienten sogar aus der 200 Kilometer entfernten Nachbarprovinz Gambela.
Gesundheit zu den Menschen bringen Zu vielen Dörfern führen keine Straßen. Nur jeder Zweite hat Zugang zu medizinischer Versorgung. Menschen für Menschen hat über 2000 Kilometer Zufahrtswege gebaut und 86 Gesundheitsstationen errichtet oder erweitert. Dort nähen Krankenschwestern Wunden, bieten Geburtshilfe an, beraten bei der Familienplanung. Im Dorf Beleti im Tiefland von Boretscha, wo die Menschen unter Malaria leiden, harrt Krankenschwester Emenuschale Abera aus, um die Bauernfamilien mit lebensrettenden Tabletten zu versorgen.
Aufrecht durchs Leben Eine moderne Prothese ist für viele Behinderte in Äthiopien schier unerschwinglich: Sie kostet etwa 300 Euro, ein Jahreseinkommen für viele Arme. Im Universitätshospital von Jimma im Südwesten Äthiopiens hat Menschen für Menschen ein Prothesen-Zentrum eingerichtet – das erste in einer Region mit 15 Millionen Menschen. Jährlich bekommen etwa 300 Behinderte die Chance, statt an Krücken zu humpeln, wieder aufrecht durchs Leben zu gehen.
Kampf gegen das Erblinden Das Trachom ist eine heimtückische Infektion des Augenlides, die in Europa längst ausgerottet ist. Aber in den wasserarmen Gebieten des äthiopischen Hochlandes ist die schmerzhafte Armutskrankheit alltäglich. Durch die Infektion verändert sich die Stellung des Lides und die Wimpern scheuern ständig an der Hornhaut des Auges. Krankenschwestern von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe korrigieren das Lid mit einer kleinen Operation. So haben sie bislang 42.000 Patienten das Augenlicht gerettet.
Frauen bestimmen selbst In Äthiopen bekommt jede Frau statistisch gesehen mehr als fünf Kinder. Die vielen Geburten und der harte Alltag laugen die Mütter aus, bedrohen ihre Gesundheit. Jede 150. Geburt in Äthiopien endet gar mit dem Tod der Mutter. Viele Frauen wünschen sich, selbst über die Zahl ihrer Kinder bestimmen zu können. Menschen für Menschen hilft ihnen dabei: mit Infos und der Vergabe von Kondomen, der Antibaby-Pille und der Injektion von Verhütungsstäbchen in den Oberarm, die drei Jahre lang vor Schwangerschaft schützen.
Schutz für Kleinkinder 81 von 1000 Kindern in Äthiopien sterben im ersten Lebensjahr. Jedes sechste Kind erlebt den fünften Geburtstag nicht. Der Grund für die hohe Sterblichkeit neben verschmutztem Wasser: Die Kinder sind nicht geimpft. Deshalb organisiert Menschen für Menschen große Impfkampagnen – und rettet für wenig Geld die Gesundheit der Kinder. Für nur 50 Euro können 15 Kinder gegen Polio, Tuberkulose, Diphterie, Keuchhusten, Tetanus und Masern geschützt werden. Denn jedes Kind hat ein Recht auf Gesundheit.
Sauberes Wasser Neben der medizinischen Hilfe erreicht Menschen für Menschen durch begleitende Maßnahmen eine bessere Gesundheit der Bevölkerung. Sauberes Trinkwasser ist die wichtigste Voraussetzung, um die Kindersterblichkeit zu senken. Vielerorts sterben geschwächte Kleinkinder an Durchfall aufgrund des bakterienverseuchten Wassers, das ihre Mütter mangels Alternativen aus verdreckten Wasserlöchern schöpfen. Deshalb hat Menschen für Menschen bislang 1400 Pumpbrunnen und sichere Quellfassungen gebaut.
Junge Leute gegen Aids Über eine Million Menschen in Äthiopien sind mit HIV infiziert. Die Angst vor Ausgrenzung führt immer noch dazu, dass junge Leute eine mögliche Ansteckung verdrängen – und ihre Partner beim ungeschützten Sex infizieren. Menschen für Menschen bekämpft die Ursachen der Immunschwäche unter anderem mit Aufklärungsinitiativen. Von der Äthiopienhilfe finanzierte Anti-Aids-Clubs von Schülern ziehen mit Tänzen und aufklärenden Theaterstücken über die Dörfer, um ihre Gleichaltrigen aufzurütteln.
Mehr Obst und Gemüse "An apple a day keeps the doctor away", sagt ein englisches Sprichwort. Doch arme Bauernfamilien essen bislang so gut wie kein Obst oder Gemüse. Ihre Mahlzeiten bestehen fast nur aus Getreide. Die Äthiopienhilfe unterrichtet die Bauern, wie sie verschiedenste Gemüsesorten ziehen können, damit ihre Familien vitaminreiche Kost bekommen. In Kursen lernen die Bäuerinnen auch deren Zubereitung. In Dörfern des Hochlandes haben die Einheimischen außerdem damit begonnen, Apfelbäumchen zu pflanzen: Denn Gesundheit beginnt mit der Ernährung.
Helfen Sie uns, den Menschen in Äthiopien ein gesundes Leben zu ermöglichen:
|  |
![]() | ![]() | ![]() | ![]() | ![]() |