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Früher transportierten die Bewohner des Distrikts Merhabete ihre Kranken auf Bambus-Bahren, zwischen die ein Netz aus geflochtenen schmalen Lederstreifen gespannt wurde. Während der Krankentransporte musste die Feldarbeit ruhen. Schließlich waren über 20 Männer nötig, um einen Kranken abwechselnd bis zu 35 Kilometer weit auf den Schultern tragen zu können. Oft hatten die Träger unwegsames Terrain zu überwinden. So mussten die Bewohner des Soma Plateaus ihre Kranken einen halsbrecherisch steilen Pfad ins mehrere hundert Meter tiefer gelegene Alem Katema bringen und riskierten dabei ihr eigenes Leben. Bis Menschen für Menschen die Soma-Treppe und damit einen sicheren Zugang zur Stadt bauen ließ.
Um die direkte medizinische Versorgung in Merhabete zu verbessern, trainierte Menschen für Menschen zunächst sogenannte „Community Based Health Agents“ – Ortsansässige, die sich zu einer medizinischen Ausbildung bereit erklärten und neben den Hebammen in ihren Dörfern zu ersten Ansprechpartnern in Gesundheitsfragen wurden. Außerdem ließ Karlheinz Böhm ein Netz von gut ausgestatteten Krankenstationen errichten. Sie sind mit einem staatlichen Health Assistant besetzt, der eine einjährige medizinische Grundausbildung absolviert hat. Health Assistants versorgen ihre Patienten u.a. mit Malariatabletten, Aspirin, mit der Pille, bzw. mit Kondomen und erster Hilfe. Sie bieten zudem Familienplanung an und koordinieren die Impfaktionen von Menschen für Menschen.
Geleitet werden die Impfaktionen von staatlichen Krankenschwestern. Menschen für Menschen schickt sie in die Dörfer, um alle Bewohner zu impfen. Zudem besucht das Personal des Menschen für Menschen Krankenwagens Schulen im gesamten Projektgebiet. So können die Kinder direkt vor Ort behandelt und geimpft werden. Die Mädchen und Jungen werden dabei auch auf Augenkrankheiten hin untersucht, die in der Gegend sehr häufig sind. Meist handelt es sich dabei um Infektionskrankheiten, die durch verunreinigtes Wasser oder Fliegen übertragen werden. Ein Großteil dieser Krankheiten ist mit antibakteriellen Salben leicht zu behandeln. Unbehandelt könnten sie zum Erblinden führen. Sechs mal im Jahr bringt Menschen für Menschen ausgebildete Augenärzte aus der Hauptstadt Addis Abeba nach Merhabete, um notwendige Operationen durchzuführen.
Im Distrikt Merhabete sind neben Augenkrankheiten Malaria, unter der vor allem die Menschen in den heißen Tälern des Jemma und Wonchit leiden, sowie Parasitenbefall und Erkrankungen der Atemwege am häufigsten. Früher war verunreinigtes Trinkwasser die Hauptursache für die meisten Gesundheitsprobleme. Doch seit Menschen für Menschen das Gebiet mit einem Netz von Brunnen und Wasserstellen überziehen ließ, sind vor allem die Magen-Darm-Erkrankungen stark zurückgegangen.
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